Ausstellungen
Clash of Couture | Clash of Couture |
| 09.12.2011 | |
Immo Klink und Jacqueline Hassink in der Galerie Kaune Sudendorf.
Erdgeschoss: Krawall. Erster Stock: Fitting Room. So muss man sich den Kontrast vorstellen, der in der Kölner Galerie Kaune Sudendorf mit der Begegnung zweier Fotokünstler inszeniert wird. Die Ausstellung der Motive von Immo Klink und Jacqueline Hassink bieten jeder für sich schon ein besonderes Augenmerk. Aber wenn das Thema– Label, Luxus und Markenfetischismus – auch viel gemeinsam haben, nähern sie sich dem Thema von zwei konträren Seiten.
![]() Immo Klink 'Prada', London 2002, from the series 'Mayday at Mayfair' Der ehemalige Jurist und Assistent von Wolfgang Tillmans Immo Klink zeigt verrammelte Markenstores wie Prada, Gucci & Co., die sich vor willkürlichen Schaufensterbrüchen und Plündereien mit Sperrholzplatten vor Krawalldemonstrationen gewappnet haben. Die Fotografien von Jacqueline Hassink beschreiben Orte, an denen Konsum-, Waren- und Markenfetischismus buchstäblich auf die Spitze getrieben werden: in den so genannten ‚Fitting Rooms’ der großen Modehäuser, die nur den Reichsten der Reichen vorbehalten sind, um dort eine Garderobe anzulegen, deren Wert gerne mal in die Millionen geht und die Straße wohl nie zu sehen bekommt. ![]() Jacqueline Hassink 'Chanel', Paris 2007, from the series 'Haute Couture Fitting Rooms' Jacqueline Hassink ist dabei unverdächtig, das Thema Mode, Marke, Luxus zu glorifizieren – wie auch Immo Klink nicht Globalisierungsängste oder Occupy-Bewegungen schüren will. Hassink thematisiert in ihren Zyklen – wie auch bei den berühmten ‚Car Girls’ - das Verhältnis von Luxusprodukten zu ihrer Inszenierung. Der politische Aktivist und Fotograf Immo Klink zeigt eine fast ironische Sicht auf die Magie der Marken, der sich offenbar auch ihrer potenziellen unsichtbaren Angreifer nicht entziehen können. Zumindest virtuell entsteht bei KS Contemporary eine Szenerie, in der virtuell betuchte Damen Haute Couture auf den Leib geschneidert wird, während unten die Steine gegen globalisierten Luxus und die Willkür der Wirtschaft fliegen. ![]() Jacqueline Hassink 'Emanuel Ungaro'. Paris 2003 Immo Klink wurde 1972 in Deutschland geboren und lebt seit 1999 in London. Dort war er kurzzeitig im Studio von Wolfgang Tillmans beschäftigt. Seine Fotos erschienen in zahlreichen Szene- und Wochenmagazinen. Mit Kunstprojekten hat Klink an zahlreichen Gruppenausstellungen im Umfeld von Andreas Gursky, Wolfgang Tillmans, Allan Sekula, Massimo Vitali teilgenommen. Einzelausstellungen: U.a. Museum of Contemporary Art Castilla y León (MUSAC), National Protrait Gallery (London), Northern Gallery for Contemporary Art (Sunderland). ![]() Immo Klink 'YSL.' London 2002 Die Konzeptkünstlerin und ehemalige Bildhauerin Jacqueline Hassink (geb. 1966) stammt aus den Niederlanden und lebt in New York City. Ihr Hauptthema, das sie seit 1993 fotografisch verarbeitet, ist der Einfluss der Wirtschaft auf gesellschaftliche Lebensweisen und daraus resultierende Rituale. Ihr Weg führte sie von internationalen Automobilmessen, wo sie die unterschiedlichen Posen und Inszenierungen so genannter ‚Car Girls’ festhielt, bis hinter die Schreibtische der mächtigsten Wirtschaftsbosse der Welt. ‚Fitting Rooms’ entstand in verschiedenen Häusern der Haute Couture-Labels zwischen 2003 und 2010. Hassink ist Visiting Professor an der Harvard University. Dr. Patrick Krause Kaune, Sudendorf | Albertusstrasse 26 (Kreishausgalerie) | 50667 Köln Die Ausstellung"Closed Shop" mit Fotografien von Jacqueline Hassink und Immo Klink beginnt am 10. Dezember 2011 - 25. Februar 2012 Öfffnungszeiten: di-sa 13-18 Uhr und nach Vereinbarung |
Erscheinungsdatum: Ausgabe No. 11-2012: 24.05.2012 |
| Anzeigenschluss : für Ausgabe No. 12-2012 30.05.2012 | 12.00 Uhr |