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Petra Arnold „Turn on the bright Lights“ |
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01.07.2010 |
Unter dem Titel „Turn on the bright Lights“ präsentiert die „Galerie d'Art Contemporain Am Tunnel & Espace Edward Steichen“ eine Werkschau der Künstlerin Petra Arnold (*1966 in Heidelberg), in der über 150 Fotografien aus den Jahren 1996 bis 2010 gezeigt werden. Ein Großteil der ausgestellten Fotografien sind Vintage Prints.
california dreamig – Golden Gate Bridge, San Francisco, 1997, © Petra
Arnold
Den Besucher erwarten keine hellen, beschönigten Abbilder der Realität, sondern Bilder, in denen das Schwarz dominiert und somit die in sich widersprüchliche Lebenswahrheit betont. Im Widerspruch zum Ausstellungstitel transformieren die Fotografien die vorgefundene Wirklichkeit in eine teilweise düstere Welt. Jedoch sind die Motive immer das eingefangene Leben. Die auf den ersten Blick finstere Atmosphäre in Petra Arnolds Fotografien hat dabei eine eigene Art von Leichtigkeit und verfügt über eine hohe Intensität.
i cant see your face in my mind – anonymous, Berlin, 2009, © Petra
Arnold
Petra Arnold beschäftigt sich in ihrer Arbeit zwar primär mit klassischen fotografischen Genres – Portrait und Reportage – doch die Grenzen zwischen Dokumentation und Kunst zerfließen. Neben Portraits von Musikern, besonderen Charakteren und Grenzgängern fokussiert sich die Künstlerin auf die Street Photography. Auf ihren mehrfachen Reisen nach San Francisco und New Orleans entstanden Bilder, die den unvoreingenommenen Blick der Fotografin für authentische Momente widerspiegeln. Es sind Begegnungen und Persönlichkeiten, die sie reizen. Dabei gilt ihr besonderes Interesse oftmals gesellschaftlichen Randgruppen. So zeigt die Ausstellung u. a. Reportagen über den Wanderzirkus „Starlight“ sowie die „Hells Angels Luxembourg“ – Gruppierungen die, so unterschiedlich sie in ihrer Lebensweise zu sein scheinen, einen gemeinsamen Nenner haben, der die Fotografin im Speziellen interessiert: Das Zusammengehörigkeitsgefühl des Individuums zu einer bestimmten Konstellation.
i know what It means to miss new orleans – unknown musician, New Orleans
2004, © Petra Arnold
Für ihre umfangreichen Reportagen begleitet Arnold die Menschen zum Teil über Monate und Jahre hinweg, sodass sie für diesen Zeitraum selbst zu einem Teil der Gruppe wird. Erst dadurch werden persönliche Aufnahmen aus dem Leben der Menschen möglich, die einen intimen Blick auf die Charaktere in ihrem Gesellschaftskreis erlauben. Setzt man die Einzelbilder zusammen, so entstehen Geschichten, die einem visuellen Tagebuch gleichen. Bei ihrer jüngsten Serie „Stills“ fasziniert die Fotografin das Vorgefundene und Alltägliche. Die beiläufig festgehaltenen Stillleben sind zumeist vertraute Motive, die von sensitiven Blumenstillleben bis hin zu einem nicht abgeräumten Teller reichen. Dabei wirken diese Szenerien wie eingefrorene Ausschnitte eines Films und tatsächlich sind auch solche darunter zu finden: Die Künstlerin fotografiert das Fernsehbild und hinterfragt mit diesen Screenshots die Reproduzierbarkeit von Bildern.
the moon is setting in the west today | 2 | – Mother Tongue,
Graversbeuren, 2003, © Petra Arnold
Seit vielen Jahren arbeitet Petra Arnold mit dem Medium Polaroid, wobei sie bevorzugt abgelaufene Filme verwendet, um dem Aspekt des Unkontrollierbaren und Zufälligen noch mehr Raum zu verschaffen. Die besondere Faszination dieses Mediums liegt neben den weichen Kontrasten und diffundierenden Unschärfen in der Einmaligkeit des festgehaltenen Momentes. Die Idee des nicht zu wiederholenden Augenblicks lässt Parallelen zwischen dem Polaroid und einer musikalischen Live-Performance erkennen, die ebenso unkontrolliert und einzigartig wie das Sofortbild ist. Der Bandleader David Gould der Hard-Rock-Band „Mother Tongue“, die Petra Arnold auf mehreren Tourneen begleitete, bringt die Gemeinsamkeit auf den Punkt: „Catch the essence of the moment. Do it right now and right there. Just have that energy about you in life. It's now or never – a great approach to art and to life!“
Text: Marietta Laturnus
Petra Arnold
Galerie d'art contemporain Am Tunnel & Espace Edward Steichen
BCEE Bâtiment Rousegaertchen, 16, Rue Ste Zithe, L -2763 Luxembourg, Luxembourg-Ville
Ausstellungsdauer: 5. Juli 2010 bis 16. Januar 2011
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, von 9 bis 17.30 Uhr,
Sonntag von 14 bis 18 Uhr

hoodoo party – Coco Robicheaux , New Orleans 2004, © Petra Arnold

born in louisiana – New Orleans, 2004, © Petra Arnold

the sky is falling | Hells Angels Luxembourg series | Luxembourg, © Petra Arnold
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