| Time to meet — Fotofestival in Antwerpen |
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Nichts ist mir verhasster als überzuckerte Photographie mit Mätzchen, Posen und Effekten. Darum lassen Sie mich in ehrlicher Weise die Wahrheit sagen über unser Zeitalter und seine Menschen.
(August Sander, 1876–1964)* So machte Sander seinem Ärger Luft über das, was seiner Meinung nach die Fotografie des frühen 20. Jahrhunderts prägte. Seine Kritik: Die Fotografen versuchten, die Malerei zu imitieren, statt sich auf das zu besinnen, was dem modernen Medium der Fotografie seine Einzigartigkeit verleiht. Modelle wurden vor bemalter Hintergrundleinwand im „Rembrandtstil“ ausgeleuchtet und die Negative in der Dunkelkammer retuschiert. Auf derart verfremdeten Bildern erschien der Bauernjunge als Prinz und das Dienstmädchen wie eine Hofdame. Umso mehr bemühte sich Sander, in seiner eigenen Arbeit dem Wesentlichen der Fotografie Geltung zu verschaffen. Er verzichtete auf Spezialeffekte, Filter oder Retusche und wollte mit seinen Bildern den Glauben daran unterstreichen, dass man durch Fotografie Wahrheit abbilden könne. ![]() Yaniv Waissa, Grand Canyon, Haifa, 2009 from the series "Disintegration of a Revived Nation" Sicher hat die Fotografie ihr Betätigungsfeld seitdem erweitert und ihre Erscheinungsformen vervielfacht. Dennoch bilden die oben stehenden Gedanken über das Wesen des Mediums einen angemessenen Ausgangspunkt für ein Festival, das sich mit der aktuellen Bedeutung und Wahrnehmung von Fotografie auseinandersetzt. ![]() Joachim Weischer, Untitled,18 x 24cm, 2008 from the series "Räume" Dem technischen Fortschritt ist es geschuldet, dass sich die Fotografie in einer neuen Phase ihrer Entwicklung befindet – die des Digitalen. Die geradezu explodierende Menge an Möglichkeiten zwingt den Bildschaffenden, die Bedeutung, Erscheinungsformen und Produktionsweisen des Mediums neu zu bewerten. Selbstkritik und Selbstreflexion sind hier probate Möglichkeiten: Was ist das Mediumspezifische der Fotografie und worin zeigt es sich? Warum entscheiden sich Künstler für dieses Medium und welche Bedeutung kann der Fotografie im gegenwärtigen Kunstkontext zukommen? „Sugary Photographs with Tricks, Poses and Effects” möchte diese Fragen aufwerfen und ihnen nachgehen. Mit Arbeiten von mehr als 50 Künstlern aus zwölf Ländern an acht Ausstellungsorten wird die Diskussion über aktuelle Positionen sowohl indirekt als auch gezielt angeregt. Detaillierte Programminformationen unter www.sugaryphotographs.com. 19. März bis 4. April: VZW Time to meet | Huybrechtsstraat 16 | 2060 Antwerp | Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können | www.timetomeet.org ____________________ *© Deutsches Originalzitat: August Sander: „Mein Bekenntnis zur Photographie, November 1927“, Dokument REWE-Bibliothek in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, August Sander Archiv, Köln. |
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| Anzeigenschluss : für Ausgabe No. 04-2012 08.02.2012 | 12.00 Uhr |
Erscheinungsdatum: Ausgabe No. 04-2012: 16.02.2012 |