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Lebenswelten subjektiv erforscht
03.03.2010
Die besten Arbeiten im Wettbewerb um den 9. Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie präsentiert zurzeit das Geraer Museum für Angewandte Kunst in seiner neuen Sonderausstellung. März. Neben den Werken der drei Preisträger sind auch jene von zwölf weiteren Autoren zu sehen, denen die Expertenjury Anerkennungen ausgesprochen hatte.

Florian Fischer, Aus der Serie „Das Blaue vom Himmel“, 2008/2009
Florian Fischer, Aus der Serie „Das Blaue vom Himmel“, 2008/2009

Der seit 1992 biennal ausgelobte Aenne-Biermann-Preis habe sich „mit ständig steigender Zahl der Bewerbungen vor allem junger Fotografen zu einem der wichtigsten Fotopreise in Deutschland entwickelt und trägt damit auch zum Image Geras als Kultur- und Kunststadt bei“, sagte der Oberbürgermeister. Er stehe repräsentativ für die Geschichte der jüngeren deutschen Fotografie in den zurückliegenden 20 Jahren. „Die Integration ausgewählter Wettbewerbsarbeiten in der fotografischen Sammlung des Museums für Angewandte Kunst Gera bewahrt und dokumentiert diese gegenwärtigen Tendenzen für die Zukunft.“

An der neunten Auflage des Wettbewerbs um den Aenne-Biermann-Preis – gemeinsam ausgelobt und finanziell unterstützt von der Otto-Dix-Stadt Gera und Art-regio, dem Kulturengagement der SV SparkassenVersicherung sowie gefördert vom Land Thüringen – hatten sich 204 Fotografen aus ganz Deutschland mit insgesamt 764 Arbeiten beteiligt. Der Berliner Florian Fischer erhält den mit 2000,- Euro dotierten ersten Preis für seine Serie „Das Blaue vom Himmel“. Darin beschäftigt er sich mit den 60 Kilometer südlich Berlins gelegenen Tropical Islands, einer hybriden Symbiose aus Themenpark und Erlebnisbad. Fischer reflektiert die Ambivalenz von natürlicher Realität und architektonischer Künstlichkeit und untersucht menschliche Verhaltensmuster in solch einer nicht alltäglichen Umgebung.

OB Dr. Norbert Vornehm (l.) und Kurator Frank Rüdiger (r.) gemeinsam mit dem ersten Preisträger des diesjährigen Aenne-Biermann-Preises Florian Fischer (2. v. r.) und dem zweiten Preisträger Jan Stradtmann (3. v. r.).
OB Dr. Norbert Vornehm (l.) und Kurator Frank Rüdiger (r.) gemeinsam mit dem ersten Preisträger des diesjährigen Aenne-Biermann-Preises Florian Fischer (2. v. r.) und dem zweiten Preisträger Jan Stradtmann (3. v. r.).

Der gebürtige Bad Dübener Jan Stradtmann kann für seine Serie „Garden of Eden“ den zweiten Preis (1500,- Euro) entgegennehmen. Birthe Piontek aus Erftstadt wird für ihre Fotoserie „The Idea of North“ der dritte Preis (1000,- Euro) zugesprochen. Zusätzlich vergab die fünfköpfige Fachjury Anerkennungen an Mark Ansorg (Dortmund), Clemens Bechmann (Offenbach), Anja Bohnhof (Dortmund), Andrea Engelke (Detmold), Samuel Henne (Braunschweig), Peter Irmai (Köln), Thorsten Kirchhoff (Berlin), Susann Probst (Koblenz), Eileen Rahn (Berlin), Arne Schmitt (Leipzig), Simon Slipek (Berlin) und Axel Sündermann (Köln).

Der Aenne-Biermann-Preis für deutsche Gegenwartsfotografie ist der in Goch am Niederrhein geborenen Fotografin Aenne Biermann (1898-1933) gewidmet. Die Amateurfotografin avancierte innerhalb weniger Jahre zu den Größen der Fotografie der 1920/30er Jahre. Ab 1920 lebte sie in Gera, wo sie ihr künstlerisches Hauptwerk schuf. Der Wettbewerb um den Aenne-Biermann-Preis stellt ein lebendiges Erbe der viel zu früh verstorbenen Fotografin dar.

Die Ausstellung zum 9. Aenne-Biermann-Preis, die von einem Katalog begleitet wird, ist bis zum 2. Mai im Geraer Museum für Angewandte Kunst zu sehen. Das Haus erwartet seine Besucher – wie alle Museen der Otto-Dix-Stadt – dienstags von 13 bis 20 Uhr, mittwochs bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr.
 



 

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