Ausstellungen
Three! Christopher Makos, Paul Solberg & Vera Mercer | Three! Christopher Makos, Paul Solberg & Vera Mercer |
| 08.02.2010 | |
Zum Auftakt des Jahres präsentiert die Flo Peters Gallery unter dem Titel „Three!“ eine hochkarätige Gruppenausstellung, die den Fotografen Christopher Makos, Paul Solberg und Vera Mercer gewidmet ist. Gezeigt werden Polaroids und Fotografien von Man Ray-Eleve und Andy Warhol-Kompagnon Christopher Makos, farbige Fotoarbeiten aus Paul Solbergs Zyklen „Bloom“, „Eight“ und „Flower“ im Erdgeschoss sowie fotografische Stillleben-Arrangements von Vera Mercer im ersten Stock der Galerie.
![]() Smiling Lion, Beijing, 1982, © Christopher Makos Christopher Makos, 1948 in Massachussetts/USA geboren, aufgewachsen in Californien und von Andy Warhol seinerzeit als „modernsten Fotografen Amerikas“ bezeichnet, arbeitet seit Beginn der 1970er-Jahren als Fotograf. Seine Lehrzeit absolvierte er bei Foto-Legende Man Ray in Paris, wo er eigentlich Architektur hatte studieren wollen. Als langjähriger Kompagnon von Andy Warhol wurde er – neben vielen anderen, die den multimedialen Künstler der Postmoderne portraitierten – zu dessen visuellem Biograf. Die zahlreichen Aufnahmen von seiner gemeinsamen Zeit mit Warhol und dessen (weiblichem) alter ego bestimmen einen großen Teil von Makos’ Werk, das in Ausschnitten in dieser Ausstellung präsentiert wird. Geprägt wird Makos’ Werk von einer oft unbarmherzigen, unprätentiösen Bildsprache, wie sie sich auch in den rund 20 ausgestellten Polaroids – einem Medium, dem das Unprätentiöse wie naturgemäß innewohnt – offenbart: Ein von Blut triefender Finger, Andy Warhol hinter einer aufgeschlagenen Ausgabe von „Interview“ oder Marilyn Monroe, abfotografiert vom Fernsehbildschirm. ![]() Red Tulip One, © Paul Solberg In starkem Kontrast dazu stehen die Arbeiten von Paul Solberg. Der Fotograf, den Christopher Makos seinerseits den „modernsten Fotografen Amerikas“ nennt, wurde 1969 in Minnesota/USA geboren. Das Studium der Fotografie und Anthropolgie absolvierte Solberg in Kapstadt und Bophuthatswana/Südafrika. Seit fast zehn Jahren arbeitet er mit Christopher Makos als künstlerisches Paar unter dem Pseudonym „The Hilton Brothers“ zusammen. In diesen Arbeiten wie auch in Solbergs persönlichem Schaffen nimmt die Blume als Objekt eine zentrale Stellung ein. Solbergs erste Publikation „Bloom“ aus dem Jahre 2005 steht ganz im Zeichen der Blume und ihrer stilllebenhaften Darstellung. Dabei gelingt es dem Fotografen stets, das Objekt in neuen Perspektiven zu zeigen und jeglichen Kitsch zu vermeiden, ohne dabei aber auf die Darstellung einer feinen Haptik und täuschenden Dreidimensionalität im Bild verzichten zu müssen. Neben Arbeiten aus dem Zyklus „Bloom“ sind ätherische weiße Blüten aus dem Zyklen „Eight“ sowie ausdrucksstarke Blumen-Portraits aus seiner Arbeit „Flower“ in der Ausstellung zu sehen. ![]() Shrimp, Paris 2008, © Vera Mercer Vera Mercer greift in ihren großformatigen Fotoarbeiten das Genre des altmeisterlichen Stilllebens auf. In der erstaunlich modernen Umsetzung dieses klassischen Themas der Malerei ersetzt sie die herkömmlichen Attribute der Vergänglichkeit durch sinnverwandte jedoch scheinbar neue Motive. Elegant entseelte Erpel, Exotisches wie Shrimps, Blumen und Obst-Arrangements sowie glänzende Gefäße und brennende Kerzen kreieren immer neue Kompositionen. 1936 wurde Vera Mercer als Tochter des renommierten Bühnenbildners Franz Mertz geboren. Zunächst blieb sie der Bühne treu und absolvierte eine Ausbildung in modernem Tanz. Mit ihrem Mann Daniel Spoerri, den sie am Theater kennengelernt hatte, zog sie 1959 nach Paris, wo das Paar im Künstlerkreis um die so genannten Nouveaux Réalistes verkehrte. Einige Mitglieder dieser Künstleravantgarde engagierten Vera Mertz-Spoerri, wie sie damals hieß, um ihre Werke und Aktionen in groß angelegten Aufnahmereihen festzuhalten. Die Auftragsfotografie setzte Vera auch nach der Trennung von Spoerri fort, etwa für das Magazin „Theater Heute“. Seit 2004 arbeitet sie an ihren Stillleben. Flo Peters Gallery, Chilehaus C, Pumpen 8, 20095 Hamburg Ausstellungsdauer: 10. Februar bis 23. März 2010 Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 12 bis 18 Uhr, Samstag 11 bis 15 Uhr und nach Absprache |
| Anzeigenschluss : für Ausgabe No. 04-2012 08.02.2012 | 12.00 Uhr |
Erscheinungsdatum: Ausgabe No. 04-2012: 16.02.2012 |