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Oliver Mark – Portraits hautnah
27.11.2009
Seit 15 Jahren fotografiert Oliver Mark Menschen, die das Zeitgeschehen prägen, Gesichter, an die sich die Welt erinnert. Es gelingt ihm, aus der Distanz, das so schwer greifbare Innenleben seiner Portraitierten ans Licht zu bringen. Die Liste derer, die vor Oliver Marks Kamera standen ist lang und voller prominenter Namen.

Buchtitel
„Oliver Mark – Portraits“ (Hrsg. Achim Heine, 2009)

Sein im Oktober dieses Jahres beim Hatje Cantz Verlag erschienenes Buch versammelt auf 140 Seiten seine besten Portraits, Mode-, Architektur- und Landschaftsaufnahmen. Was unterscheidet Oliver Mark von anderen großartigen Portraitfotografen? In Zeiten von Facebook, Twitter, Youtube & Co. werden wir minütlich, wenn wir dies möchten, mit einer wahren Bilderflut beschenkt. Wir haben uns an die Gesichter prominenter Menschen gewöhnt. Also müsste man sie auf neue, aber treffende Weise präsentieren: Privat, vertraut und selbstverständlich, so, dass man den Portraitierten auch ihr gelebtes Leben ansieht. Genau da liegt Marks Talent. Auf subtile und sehr sensible Weise gelingt es ihm, mit seiner Kamera eine „erstaunliche Nähe statt Distanz zu schaffen“, so der Herausgeber seines neuen Bildbandes, Achim Heine.   


Cate Blanchett für „Die Zeit“ (D)

Selbst die scheuesten Rehe unter seinen prominenten Künstlern werden vor Marks Objektiv geradezu kamerafreundlich. Vielleicht liegt es an seiner bescheidenen Zurückhaltung und liebenswerten Art, dass diesem Mann so viel Vertrauen entgegengebracht wird und dass die Gesichter dieser Welt sich ihm öffnen. Vielleicht ist es auch die Tatsache, dass es am Set von Oliver Mark wunderlich lärmfrei zugeht. So schleicht er sich Stück für Stück an den Wesenskern eines Menschen heran. „Manchmal denke ich, dass Oliver Mark in seiner Kindheit einen kleinen Buddha verschluckt hat“, so Christoph Amend, Redaktionsleiter des „Zeit Magazins“.

Oliver Mark
Oliver Mark

Oliver Marks Fotografien sind Zeugnisse ausgereifter Portraitkunst, er ist ein Meister seines Fachs. Mark ist kein Freund von Bildbearbeitung und sagt von sich selbst: „Was andere mit Photoshop machen, mache ich mit Licht. “Theaterkönig Claus Peymann mit Pappkrone, Künstlerikone Jeff Koons rücklings lachend auf einem großen Plastikball, Richard Serra mit ausdrucksvoll konzentriertem Blick oder verschwindend klein in einer seiner Stahlskulpturen: Oliver Mark hat in den vielen Jahren seines Schaffens unzählige Künstler, Schauspieler, Politiker und sonstige Prominente fotografiert. 1963 in Gelsenkirchen geboren, begann er nach seiner Ausbildung zum Fotografen Ende der 1980er-Jahre, Personen des öffentlichen Lebens für Magazine wie „Digest“, „Cosmopolitan“, „Elle“, „Stern“, „Time Magazine“, „Vanity Fair“, „Vogue“ oder das „Zeit Magazin“ zu potraitieren.

Oliver Mark ist nahezu überall am Markt präsent:
Er fotografiert Werbeproduktionen, Modestrecken, Architektur, große Kampagnen aber auch kleine Aufträge für Independent Magazine. Seine Arbeiten werden international auf Ausstellungen gezeigt und mit ein bisschen Überredungstaktik kann man den Wahlberliner auch als Workshopleiter für redaktionelle Pressefotografie erleben. Er ist Mitglied des BFF, dem Bund freischaffender Foto-Designer.


Constanze Becker für „Vanity Fair“ (D)

Seine fotografische Kunst scheut sich nicht vor kunstvollen Inszenierungen, um berühmte Persönlichkeiten auf eine stets neue, aber treffende Weise zur portraitieren. Er bereitet sich sehr gewissenhaft auf seine Portraitierten vor, führt am Set Regie, ohne dass man es bemerkt. Er benutzt alles, was er vorfindet, für seine teilweise komplexen Bildkompositionen. Er ist mittlerweile bekannt dafür, dass er immer alles umräumt, seine Inszenierungen sind niemals arbiträr. Immer wieder schafft er es, den Portraitierten und den Ort des Shootings in einen übergeordneten Kontext zu bringen. Dafür nimmt er einiges auf sich und begibt sich mitunter in gefährliche Situationen, wie beispielsweise bei dem legendären Hubschrauberausflug mit Roberto Cavalli, der wild gestikulierend mit der Zigarre in der Hand die Maschine selbst flog. Sein einziger Fluggast war Oliver Mark. Doch neben seinen expressiven Inszenierungen gibt es auch den anderen Oliver Mark, der sehr reduziert und minimalistisch arbeitet und sich nur auf die jeweilige Person konzentriert, ohne große Aufbauten und viele Attribute, um ein Stück Wirklichkeit zu transportieren.
Jeanette Schmoll – FotoWerkstatt

Der Band, gebunden mit Schutzumschlag, mit Texten von Christoph Amend, Wolfgang Behnken, Christian Boros, Ingeborg Harms, Dietmar Henneka, Margit J. Mayer, Jonathan Meese und Silke Müller sowie einem Interview mit Yilmaz Aktepe kann beim Hatje Cantz Verlag www.hatjecantz.de oder bei Amazon bestellt werden zum Preis von 39,80 Euro.
 

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