| Fotografieren in der DDR |
| 31.10.2012 | |
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4. Tagung des Arbeitskreises Kunst in der DDR.
Welche Rolle spielte die Fotografie in der DDR zwischen ideologischer Bildpropaganda und Ausdruck eines individuellen Lebensgefühls, zwischen agitatorischer Dokumentation und künstlerischer Position? In welche Traditionen der Moderne stellten sich die Fotografen und welches visuelle Erbe haben sie hinterlassen? Von diesen Fragen ausgehend, möchte die 4. Tagung des Arbeitskreises Kunst in der DDR untersuchen, inwieweit die Fotografie als ideologisches Instrument des „Klassenkampfes“ und „sozialistischen Aufbaus“ von der SED-Medienpolitik instrumentalisiert und von der Zentralen Kommission Fotografie unter dem Verdikt des Realismus formalästhetisch und inhaltlich gesteuert wurde. Gleichzeitig gilt es zu schauen, inwieweit die Fotografie nicht nur der propagandistischen Visualisierung von System und Gesellschaft diente, sondern auch innerhalb oder jenseits der kulturpolitischen Vorgaben die Möglichkeit bot, die realen Verhältnisse zu dokumentieren oder kritisch zu kommentieren.
Tatsächlich steht die Erforschung der Fotografie in der DDR – im Gegensatz zu der von Malerei und Architektur – immer noch an ihren Anfängen. Im Mittelpunkt des aktuellen wissenschaftlichen und öffentlichen Interesses stehen meist einige wenige prominente Vertreter wie Sibylle Bergemann, Arno Fischer oder Evelyn Richter, die mit einem dezidiert künstlerischen Ansatz gearbeitet und auch im wiedervereinigten Deutschland Erfolg haben. Jenseits dieser Protagonisten der so genannten Autorenfotografie existierte aber ein breites Spektrum künstlerischer Positionen, Themen und technischer Ausdrucksformen von der subjektiven Fotografie, über street photography bis hin zu experimentellen und performativen Ausdrucksformen der achtziger Jahre, die nicht zuletzt im Austausch mit westlichen Positionen u.a. der Fotoagentur Magnum oder auch der Düsseldorfer Schule entstanden. Darüber hinaus wartet die Fotografie auf ihre grundlegende systematische historische und soziologische, kunst- und kulturhistorische Aufarbeitung. So wissen wir noch vergleichsweise wenig über die technischen Möglichkeiten, den theoretischen Diskurs und die Ausbildung, über die zeitgenössische Rezeption zwischen Zensur und Ausstellungen im kapitalistischen Westen oder auch über den hohen Stellenwert der Amateurfotografie. Zugleich gilt es zu analysieren, unter welchen ökonomischen Rahmenbedingungen, in welchen Nischen, aber auch in welchen Grauzonen Fotografie entstand. Wie schwierig es nicht nur im privaten, halböffentlichen Raum war, auszustellen, belegt die Tatsache, daß erst 1982/83 auf der IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden erstmals eine Sektion Fotografie präsentiert wurde. Abseits der offiziellen Plattformen und linientreuen Organe konnten Fotografen ihre Arbeiten auch in Fach-, Mode- oder Livestyle-Zeitschriften wie in „Die Fotografie“, „Sibylle“, dem legendären Magazin, oder aber auch in der „Neuen Berliner Illustrierten“ publizieren, in denen ein „anderes“ Bild von der DDR gezeigt wurde. Zugleich möchte die Tagung diskutieren, welches Bild von der DDR in westlichen Medien durch die Fotografie generiert wurde und inwieweit die Fotografie in der DDR eine Ikonografie, ein kollektives Bildgedächtnis der DDR geschaffen hat, das bis heute nachwirkt beziehungsweise schon in Vergessenheit geraten ist. Konzept: Prof. Dr. Sigrid Hofer (Philipps-Universität Marburg) und Prof. Dr. Martin Schieder (Universität Leipzig) in Kooperation mit Ulrich Domröse (Berlinische Galerie) und Jun.-Prof. Dr. Friedrich Tietjen (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig). Weitere Informationen und das komplette Programm unter www.berlinischegalerie.de. Der Eintritt ist frei. Anmeldung unter Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können Veranstaltungsort: Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124-128, 10969 Berlin Termin: 9. bis 11. November 2012 |
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Erscheinungsdatum: Ausgabe No. 10-2013: 23.05.2013 |
| Anzeigenschluss : für Ausgabe No. 11-2013 29.05.2013 | 12.00 Uhr |