Ausstellungen
Geschlossene Gesellschaft Künstlerische Fotografie in der DDR 1949-1989 | Geschlossene Gesellschaft Künstlerische Fotografie in der DDR 1949-1989 |
| 09.10.2012 | |
Die Berlinische Galerie widmet der künstlerischen Fotografie in der DDR die international erste umfassende Schau. Zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer werden in der Ausstellung „Geschlossene Gesellschaft“ Traditionslinien und fotografische Strömungen herausgearbeitet sowie Veränderungen in Bildsprache und Themen sichtbar gemacht. Die Bildauswahl der Überblicksausstellung in der Berlinischen Galerie zielt darauf, den spezifischen Charakter des jeweiligen fotografischen Werkes, seine künstlerische Motivation und Bildsprache nacherlebbar zu machen.
![]() Erasmus Schröter, Frau in Rot, Leipzig 1985, © Erasmus Schröter, Berlinische Galerie [Plakatmotiv Ausstellung „Geschlossene Gesellschaft“ Gezeigt werden um die 250 Fotoarbeiten von 34 Autoren, welche die gesellschaftliche Situation der DDR kritisch reflektieren: Ursula Arnolds schonungslose Alltagsbeschreibungen, Arno Fischers melancholische Symbolbilder, Jens Rötzschs farbige Metaphern einer Gesellschaft, die sich in Auflösung befindet, oder die rein subjektiv-emotionalen Bildfindungen wie sie in den Werken von Thomas Florschuetz und Maria Sewcz zu finden sind. ![]() Sibylle Bergemann, Susi, 1976, © Nachlass Sibylle Bergemann, Berlinische Galerie Auch wenn sich diese Ausstellung hauptsächlich mit dem Medium selbst beschäftigt, wird sie viel über das Alltagsleben in der DDR erzählen. Das liegt vor allem an der zahlenmäßig umfangreichsten Strömung der sozial engagierten Fotografie, um die es im ersten Kapitel geht. Die Fotografen, die in dieser Tradition arbeiten, sind an einer wahrhaftigen Schilderung der Wirklichkeit interessiert. Das heißt, dass sie in der Realität nach Bildern suchen, mit denen sich Aussagen über die realen gesellschaftlichen Verhältnisse treffen lassen. ![]() Roger Melis, Heiner Müller, 1978, © Nachlass Roger Melis/Mathias Bertram, Berlinische Galerie Im zweiten Kapitel wird eine Traditionslinie verfolgt, die in den 1950er-Jahren an die Bildsprache der Moderne der 1920er-Jahre anknüpfte, dann aber 20 Jahre lang keine Nachfolge fand. Erst Mitte der 1970er-Jahre widmeten sich Fotografen wieder mehr den formalen und ästhetischen Mitteln ihres Mediums. Die Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen führte auch zu Arbeiten im dreidimensionalen Raum.
Florian Merkel, Mann mit Frosch, 1987, © Florian Merkel Ein großer Teil der im dritten Kapitel vorgestellten jungen Fotografen brauchte diese Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeiten, um ihre komplexen Eindrücke und Gefühle besser darstellen zu können. Viele von ihnen hatten mit dem Selbstverständnis der älteren Generationen gebrochen, weil sie mit einem desillusionierten Blick auf die DDR-Gesellschaft sahen. Aus diesem Lebensgefühl heraus und indem sie sich selbst, ihre Körper und ihre Wahrnehmung in den Mittelpunkt der Arbeiten stellten, begannen sie ihre fotografischen Erkundungen.
Maria Sewcz, Ohne Titel (aus der Serie: inter esse), Berlin 1986, © Maria Sewcz / VG Bildkunst Bonn 2012, Berlinische Galerie Den drei Kapiteln ist ein kurzer Prolog vorangestellt, der mit zwei signifikanten Bildserien von Richard Peter sen. und Karl-Heinz Mai einen atmosphärischen Eindruck der Zeit vom Ende des Dritten Reiches 1945 bis zur Gründung der DDR 1949 vermittelt. Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur Alte Jakobstraße 124-128, 10969 Berlin-Kreuzberg Ausstellungsdauer: bis 28. Januar 2013 Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag, 10 bis 18 Uhr |
Erscheinungsdatum: Ausgabe No. 10-2013: 23.05.2013 |
| Anzeigenschluss : für Ausgabe No. 11-2013 29.05.2013 | 12.00 Uhr |