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Sportfotograf Samo Vidic erzählt davon, wie er Hochleistungssportler mit Behinderung fotografiert, darunter der paralympische Schwimmer Darko Duric.

 

Die Geschichte einer Läuferin oder das Fotografieren der Para-Sprinterin Libby Clegg © Bild: Samo Vidic/Canon Ambassador

Als professioneller Sportfotograf macht Canon Ambassador Samo Vidic Bilder von Spitzensportlern für weltweit führende Marken und Medien. Dabei stehen die sportliche Leistungsfähigkeit sowie die körperlichen Leistungen dieser Ausnahme-Athleten im Vordergrund. Im Rahmen seines neuesten Projektes wollte Samo jedoch eine Gruppe von Sporthelden ins Rampenlicht rücken, die häufig zu wenig Beachtung findet: Sportler mit Behinderung, die allen Widrigkeiten getrotzt und es in den Sportarten, die sie lieben, zu Höchstleistungen gebracht haben.

„Sportler mit Behinderung sind in den Medien nur selten im Vergleich mit nicht-behinderten Sportlern zu sehen“, so Samo. „Die Paralympischen Spiele finden relativ wenig Beachtung – wahrscheinlich nur etwa 5 % so viel wie die Olympischen Spiele. „Ich wollte zeigen, dass es ganz unterschiedliche Sportler gibt, mit ganz unterschiedlichen Charakteristiken und häufig mit ganz erstaunlichen Lebenswegen. Diese Geschichten wollte ich erzählen.“

Der slowenische Fotograf Samo konzentriert sich seit Beginn seiner erfolgreichen Karriere 1999 auf Sport. Als Jugendlicher trieb er selbst leidenschaftlich gerne Sport – Skispringen, Fußball und Tennis – und machte zuerst einen Abschluss als Maschinenbauer, bevor er seine Liebe zur Fotografie entdeckte.

© Bild: Samo Vidic/Canon Ambassador

Er interessierte sich zunächst für eine Karriere im Reportagebereich, entdeckte aber im Rahmen eines Sportfotografie-Workshops, dass er seine beiden großen Leidenschaften miteinander verbinden konnte. „Ich habe Fotografie genauso geliebt wie alles, was mit Sport und Draußensein zu tun hat – also war ich sofort begeistert“, so Samo.

„Als Fotograf bin ich Autodidakt – mir die besten Methoden für verschiedene Sportarten beizubringen, war eine echte Herausforderung, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht. Ich habe hart gearbeitet und hätte nichts unversucht gelassen, um Sportfotograf zu werden. Ich habe mit dem Vorsatz angefangen, Sportaufnahmen für eine Lokalzeitung zu machen, und habe mich dann weiterentwickelt. Ich habe mir die Messlatte immer ein kleines Stück höher gelegt – und das tue ich auch heute noch.“

 Für sein neuestes persönliches Projekt hat er mehrere behinderte Sportler fotografiert. Er wollte sowohl ihre sportlichen Leistungen als auch die beträchtlichen Hürden, die sie überwinden mussten, in den Vordergrund stellen.

Für diese Aufnahmen verwendete er zwei Kameras: die Canon EOS 5D Mark IV und die Canon EOS 6D Mark II. Diese kombinierte er mit folgenden Canon-Objektiven: EF 50mm f/1.2L USM, EF 24-70mm f/2.8L II USM, EF 16-35mm f/2.8L II USM und EF 8-15mm f/4L Fisheye USM. Mit dieser Zusammenstellung von Kameras und Objektiven konnte Samo verschiedene kreative Herangehensweisen ausloten – und so bei jedem Shooting unterschiedliche technische Herausforderungen meistern, von Lichtspuren bis hin zu Unterwasser-Action-Shots.

Um seine kreative Vision umzusetzen, hat Samo seine Objekte auf zwei ganz unterschiedliche Weisen fotografiert. Dabei war eines der Bilder ein Porträt, bei dem die Persönlichkeit und die körperlichen Herausforderungen des jeweiligen Sportlers zur Geltung kamen. Das andere war eine dynamische Action-Aufnahme, die sich auf ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihre Leistungen konzentrierte. Die beiden Bilder von jedem Sportler werden in Diptych-Form präsentiert und beleuchten so beide Facetten seines Lebens.

 

© Bild: Samo Vidic/Canon Ambassador

Der slowenische Schwimmer wurde mit nur einem Arm und ohne Beine geboren. Er ist neben dem brasilianischen Skateboarder Felipe Nunes zu sehen, der als Kind bei einem Zugunglück seine Beine verlor. Darüber hinaus fotografierte Samo die britische Kletterin Anoushé Husain, die ohne den rechten Unterarm geboren wurde, sowie die sehbehinderte britische Sprinterin und paralympische Goldmedaillengewinnerin Libby Clegg.

Samos bemerkenswerte Reihe dynamischer, kreativer und visuell beeindruckender Bilder behinderter Spitzensportler fängt die Persönlichkeit, die Fähigkeiten und die eisenharte Entschlossenheit einiger wirklich inspirierender Menschen ein.

 

© Bild: Samo Vidic/Canon Ambassador

 

Fallstudie: Aufnahmen von Darko

Der behinderte Schwimmer Darko Duric hat es zum Paralymponiken und zweifachen Weltmeister gebracht. Er hat den Schwimm-Weltrekord in der Startklasse S4 über 50 m Schmetterling gebrochen. Bei den Aufnahmen für Darkos Porträt und Action-Bild wollte Samo die einzigartige Geschichte des Sportlers erzählen.  „Darko hat zwar nur einen Arm, aber das Wasser scheint ihm irgendwie Flügel zu verleihen.  Das wollte ich zeigen“, sagt der Fotograf.

© Bild: Samo Vidic/Canon Ambassador

Das Sportshooting fand in einem Schwimmbad in Ljubljana in Slowenien statt.  Als Darko auf einem Sprungbrett für das Porträt posierte, bat Samo zwei Assistenten, ihn von hinten zu beiden Seiten mit Wasser aus Eimern zu bespritzen. Dadurch entstanden flügelähnliche Formen aus Wasser.  Samo hielt die Bewegung des Wassers mithilfe seiner Studioblitze fest. Das Hauptlicht hatte er drei Meter vor dem Schwimmer platziert und die Hintergrundbeleuchtung befand sich fünf Meter über ihm.

„Ich hatte ursprünglich geplant, das Porträt vom Wasser aus zu fotografieren – aber dann hätte ich eineinhalb Meter von Darko entfernt stehen und ein Weitwinkelobjektiv verwenden müssen, um ihn ins Bild zu bekommen. Das gefällt mir für Porträts nicht“, so Samo weiter. „Außerdem waren die weißen Wände nur zwei Meter von Darko entfernt und hätten bei einer Weitwinkelaufnahme eine wesentlich größere Rolle im Bild gespielt. Das hätte es unmöglich gemacht, den Effekt mit dem dunklen Hintergrund zu erzielen, wenn ich so nahe an ihm stehe.“

Sein Canon EF 16-35mm f/2.8L III USM Weitwinkel-Objektiv verwendete er jedoch für das zweite Bild: eine Unterwasseraufnahme davon, wie Darko durch das Becken schwimmt. 

© Bild: Samo Vidic/Canon Ambassador

Für die Action-Aufnahme platzierte Samo zwei Studioblitze neben dem Schwimmbecken und beleuchtete das Objekt (d.h. den Schwimmer) von oben. Ein weiteres Licht positionierte er hinter einer Luke im Schwimmbecken, sodass es von unterhalb der Wasseroberfläche auf das Objekt zeigte. Dann ging er mit seiner Taucherausrüstung unter Wasser, um Darko in Aktion beim Schwimmen durch das Becken zu fotografieren.  Die Canon EOS 5D Mark IV wurde über Kabel und einen Transmitter neben dem Schwimmbecken mit der Beleuchtung verbunden.

Samo nutzte die AI-Servo-Einstellung der Kamera, um absolut scharfe Bilder zu bekommen. Mithilfe des schnellen Serienbildmodus der Canon EOS 5D Mark IV konnte er 6,5 Aufnahmen pro Sekunde machen. „Wenn man einen Schwimmer mit zwei Armen fotografiert, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man eine gute Aufnahme erhält. Darko hat aber nur einen Arm – also musste ich dafür sorgen, dass ich möglichst viele Gelegenheiten bekam, ihn in einer eindrucksvollen Position zu fotografieren, [bei der sein rechter Arm nach vorne greift und sein Gesicht zu sehen ist]“, erläutert der Fotograf. 

„Das war das erste Mal, dass ich Unterwasseraufnahmen mit der Canon EOS 5D Mark IV gemacht habe, und es hat alles perfekt geklappt. Der Autofokus war hervorragend und alle Bilder sind gestochen scharf – das ist das Wichtigste.“

 

Videos und weitere Informationen dazu, wie Samo Vidic die Kamera-Bildeffekte in seiner Reihe „Defying the Odds“ (dt.: „Allen Widrigkeiten zum Trotz“) erzielte, findest du hier.

 


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Es ist soweit: Die 80 Nominierungen für den BRAUT FOTO AWARD 2018 stehen fest! Vom 15. Mai bis zum 15. Juli 2018 können Brautpaare und Fotografen online für ihre Favoriten-Fotos abstimmen.

Anfang des Jahres konnten Hochzeitsfotografen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre schönsten Arbeiten für den BRAUT FOTO AWARD 2018 einreichen – der große Fotowettbewerb von BRAUT & BRÄUTIGAM MAGAZIN. Im März hat die BFA-Fachjury, zu der in diesem Jahr Experten wie Wedding-Planner Froonck und Fotograf Raman El Atiaoui gehören, die mehr als 1300 eingereichten Fotos gesichtet und jeweils 10 Nominierungen pro Kategorie festgelegt. Diese stehen vom 15. Mai bis 15. Juli 2018 unter www.brautfotoaward.de zur Online-Abstimmung bereit. Sowohl Brautpaare als auch Fotografen sind dazu aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Unter allen abstimmenden Brautpaaren wird eine neuntägige Segelkreuzfahrt rund um die Seychellen verlost – gesponsert von My Seychelles.   
Pro Kategorie wird ein Fachweltpreis (durch Abstimmung der Fotografen) und ein Publikumspreis (durch Abstimmung der Brautpaare) verliehen. Zusätzlich wird es einen „Overall-Gewinner“ geben, der insgesamt die meisten Stimmen erhalten hat. Diesem winkt eine von Top NORD gesponserte Fotoreise zu den Nordlichtern. Schon gespannt, wer das Rennen machen wird und welches die schönsten Hochzeitsfotos 2018 sind? Ende September werden die Gewinner des BRAUT FOTO AWARDs im Rahmen einer öffentlichen Preisverleihung auf der photokina in Köln gekürt.
Der BRAUT FOTO AWARD soll verdeutlichen, wie emotional, künstlerisch und individuell Hochzeitsfotos sein können und dass es sich lohnt, einen professio-nellen Hochzeitsfotografen zu engagieren. Durch den Award werden die neuesten Trends in der Fotografie gezeigt und Entwicklungen gefördert. Initiator des Awards ist die Brautmedia GmbH mit dem BRAUT & BRÄUTIGAM MAGAZIN. In Deutschland, Österreich und der Schweiz findet der Wettbewerb in diesem Jahr zum dritten Mal statt, in den Niederlanden bereits zum vier-zehnten Mal – hier unter dem Namen BRUIDSFOTO & FILM AWARD. 

 

FRAGEN ZUM AWARD
Brautmedia GmbH
Michael Hattenbach
Hörsterplatz 2b
48147 Münster
0251 - 5390226
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.brautfotoaward.de und www.brautmedia.de

Mit Bruce Davidson beruft die Leica Camera AG im Juni 2018 einen Ausnahmefotografen in die Leica Hall of Fame, der mit seinem fotografischen Lebenswerk die Welt berührt und verändert hat.

Der amerikanische Fotograf Bruce Davidson wird am 15. Juni 2018 von der Leica Camera AG mit dem Leica Hall of Fame Award ausgezeichnet. Ihm zu Ehren werden Auszüge aus seinem umfassenden Lebenswerk im Rahmen einer großen Ausstellung vom 15. Juni bis zum 9. September 2018 in der Leica Galerie Wetzlar der Öffentlichkeit präsentiert.

Viele Bildserien von Bruce Davidson haben sich längst in den Kanon der wichtigsten Reportagen und Bestandsaufnahmen des Lebensalltags in den USA eingeschrieben. Ob „Brooklyn Gang“, „East 100th Street“, „Subway“ oder die Geschichte über den kleinwüchsigen Zirkusclown: Diese Fotografien berühren damals wie heute. Ohne Zweifel ist Bruce Davidson kein typischer Bildjournalist, der für tagesaktuelle Sensationen arbeitet, vielmehr schafft er es, in seinen sensiblen Portraitserien dem Betrachter oft erstaunliche Einsichten in ansonsten verschlossene Milieus zu eröffnen.

Bruce Davidson blickt dieses Jahr auf ein über sieben Jahrzehnte währendes Lebenswerk zurück. Zu fotografieren begann er bereits mit zehn Jahren. 1954 kaufte er sich seine erste Leica M3. 1958 wurde er jüngster Associate bei Magnum, um bereits ein Jahr später festes Mitglied der Agentur zu werden. Interesse am Leben und ein offener Blick auf die Umwelt bilden die Grundlage für seine herausragende Arbeit, während Vertrauen und Respekt für ihn essentielle und notwendige Konstanten sind und ihn somit als einen führenden Vertreter einer humanistisch geprägten Fotografie auszeichnen.

„Die Mischung aus Nähe und Distanz, Neugier und Lässigkeit, Dokumentation und persönlicher Sicht und Anteilnahme lässt den Betrachter bis heute nicht los. Und doch ist das Geheimnis seiner Bilder damit noch nicht in allen Facetten erfasst. Vielleicht ist genau das der entscheidende Grund, sich seinen Werken immer wieder widmen zu können. Mit dem Leica Hall vom Fame Award ehren wir Bruce Davidson nun für sein Lebenswerk sowie sein unermüdliches und gleichermaßen herausragendes Engagement als Fotograf“, erklärt Karin Rehn-Kaufmann, Generalbevollmächtigte Leica Galerien International.

Seine Bedeutung als Chronist zeigen insbesondere auch Davidsons Aufnahmen der amerikanischen Bürgerbewegung, die sein Werk ab den 1960er-Jahren bestimmten. Für ihn waren die Auseinandersetzungen ein Schock, war er doch im Mittleren Westen aufgewachsen und lebte im deutlich liberaleren New York. Mit der persönlichen Erfahrung, die er während zahlreichen Reisen und Reportagen gewann, wurde seine Arbeit politischer. Der historische Wert seiner Aufnahmen ist unschätzbar, doch dessen Bedeutung wurde spät bekannt: Erst 2002 dokumentierte ein umfassender Bildband „Time of Change: Civil Rights Photography 1961-1965“ sein Engagement.

Bruce Davidson, geboren am 5. September 1933 in Illinois, lebt in New York und begann als Zehnjähriger zu fotografieren. Im letzten Highschool-Jahr gewann er den Kodak National Award in „Tierfotografie“. 1951-1954 studierte er am Rochester Institute of Technologie, Laborant bei Eastman Kodak. 1955 absolvierte er ein Studium an der Yale University School of Design. Er ist seit 1959 Magnum-Vollmitglied. Seine erste Einzelausstellung wurde 1963 im MOMA, New York, gezeigt. Ab 1966 entstand sein Projekt „East 100th Street“. Er wurde bereits mit zahlreichen Awards ausgezeichnet.


USA. Alabama. Birmingham. 1963. Arrest of a demonstrator. "Damn the Defiant!"

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