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Aufschrei in der Fotokunst-Szene. Museumsdirektoren und Sammler am Rande des Nervenzusammenbruchs: Farbbilder, sogenannte C-Prints, aus den 1990er Jahren „verblassen wie blöde“, wie es Herbert Grönemeyer singen würde. Und da es sich bei den betroffenen Fotografen um die Crème de la Crème der Fotokunstschaffenden wie Andreas Gursky, Jörg Sasse oder Axel Hütte handelt, geht es um viel Geld. Das Verblassungs-Phänomen trat jüngst bei einer Veranstaltung zu Tage, die die DGPh zusammen mit der DB Bank, selbst Sammlerin von mehr als 7.000 Fotografien, veranstaltete. Diskutiert wurde über Lösungen des Dilemmas, beispielsweise Reproduktion der blassen Version, Neudruck und Vernichtung des geschädigten Fotos. Das wirft aber eine Welle an neuen Fragen auf, auf die wir in Kürze in PHOTO PRESSE eingehen werden. Und wir stellen zusätzlich ganz andere Fragen zum Thema: Warum verblassen einige Abzüge und andere nicht? Welche Labors haben sie angefertigt und möglicherweise bei der Verarbeitung geschlampt? Welche Materialien/Papier sind besonders betroffen? Wer zahlt den Schadensersatz? Und was heißt das für den zukünftigen Handel mit Farbfotos – eher Finger weg? Wie gesagt, derzeit werden nicht nur die Bilder, sondern auch die Gesichter der Sammler, Kuratoren und Museumsleiter blass.

Mit Perry Oosting hat Hasselblad einen neuen Geschäftsführer unter Vertrag, der Erfahrung mit Luxusmarken wie Bulgari, Prada, Gucci und Ventu hat. Das befähigt einen zwar nicht automatisch zum Flottmachen eines angeschlagenen Herstellers für professionelle Kameras, aber zumindest sollte er sich in Sachen Markenpflege bestens auskennen. Perry Oosting, bislang Mitglied des Aufsichtsrates, übernimmt die Geschäfte von Interims-Geschäftsführer Ian Rawcliffe, der das Amt seit Ende 2013 innehatte.
Perry Oosting selbst sagt, es sei ihm eine Ehre, Teil einer so ikonischen Marke wie Hasselblad zu werden. Das Digitalrückteil CFV-50c etwa, unter dem Motto „back to the future“ im Markt eingeführt, sei ein großartiges Beispiel für das fortdauernde Bekenntnis zum „totalen Hasselblad-Markenerlebnis“. Dass gerade dieses Rückteil
längst nicht an alle Hasselbladmodelle passt – sei‘s drum. Wichtiger wird es sein, die Fotografen und Kunden von einer Zukunft der Marke zu überzeugen. Dass alleine Design und „schöner Schein“ wie in den vergangenen Jahren das probate Mittel für die Wende sind, darf man allerdings bezweifeln. Echte Innovationen sind unabdingbarer Bestandteil der Zukunft des Traditionsherstellers. Wir sind und bleiben gespannt.

Die Verunsicherung bei jungen Fotografen ist groß, nachdem durch mehrere Medienberichte bekannt wurde, dass die bekannte Fotoplattform Flickr einige wenige ausgewählte, von Nutzern eingestellte Fotos, kommerziell als Kunstdrucke verkauft. Selbst die notwendige Veröffentlichung des Fotografennamens in Form eines losen Aufklebers als Zubehör zum Druck erscheint halbherzig. "Flickr ist Marktführer und zwingt als solcher die jungen Fotografen dazu, ihre Fotos mit einer Lizenz in ihrer Datenbank einzustellen, mit welcher die Jugendlichen der kommerziellen Verwendung durch Unternehmen zustimmen", ist Kai Mungenast, Vorstandssprecher des Bundesverbandes der Jugendpresse verärgert. "Viele Hobbyfotografen sind sich dieser möglichen Verwendung nicht bewusst und werden nur sehr versteckt auf diese Option für das Unternehmen hingewiesen."
Hintergrund: Neben der bei Flickr standardgemäß verwendeten Lizenz können Hobbyfotografen zur Veröffentlichung ihre Fotos im Internet unter eine andere Lizenz stellen. Diese erlaubt die Verwendung des Bildes nur für nicht-kommerzielle Veröffentlichungen, wie beispielsweise für andere Jugendmedien, gemeinnützige Verbände, soziale Projekte junger Menschen oder den Austausch mit anderen Fotografen. Diese Option ist für die Nutzer der Fotoplattform nicht auf den ersten Blick einsehbar. "Flickr sollte die Entscheidung über die Verwendung seines Bildes dem Fotografen überlassen und daher mehrere Lizenzformen gleichberechtigt zur Auswahl anbieten", schlägt Mungenast vor und rät den jungen Fotografen solange auf andere gemeinnützige Plattformen zurückzugreifen wie beispielsweise auf www.jugendfotos.de.

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