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Wie erleben junge geflüchtete Menschen ihren Alltag in Deutschland? Wie stellen sie sich ihre Zukunft vor? Welche Heimat-Bilder tragen sie mit sich? Die vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) gestartete Fotoaktion „eye_land“ bietet die Chance, sich mit diesen Fragen kreativ zu befassen und die Bilder öffentlich zu präsentieren. Teilnehmen können alle unter 26 Jahren – ob mit oder ohne Fluchterfahrung – sowie Kinder- und Jugendprojekte und künstlerische Initiativen. Die Ergebnisse werden in einer großen Ausstellung in Berlin gezeigt. Weitere Informationen gibt es auf www.eye-land.org.

Fotografisch fixierte Zeitgeschichte

Ob nach Deutschland zugewandert oder hier geboren: die Fotoaktion lädt dazu ein, eigene Sichtweisen auf die Thematik Flucht und Heimat aufzugreifen und darzustellen. „Wir möchten verdeutlichen, was junge Menschen mit dem Begriff Heimat verbinden und was sie sich für ihre Zukunft wünschen“, erläutert Projektleiter Peter Liedtke die Zielsetzungen. Alle Einsendungen – zum Beispiel Handyfotos, Fotostorys, Dokumentationen, Collagen – werden kontinuierlich in einer Online-Galerie präsentiert. Auf diese Weise wächst das Projekt vor den Augen der Öffentlichkeit und dient zugleich als zeitgeschichtliche Chronik.

Das vom Bundesjugendministerium geförderte Projekt ist kein Fotowettbewerb, sondern eine Plattform für vielfältige Bildwelten und persönliche Anliegen, formuliert von Einzelnen und von Medien-AGs. „Mit ‚eye_land’ bieten wir auch den zahlreichen in Deutschland aktiven Initiativen ein bundesweites Forum und würdigen ihr gesellschaftliches Engagement“, sagt der Initiator des Projekts Jan Schmolling vom KJF. Eine Auswahl der in der Online-Galerie präsentierten jungen Fotokünstlerinnen und -künstler sowie der beteiligten Fotogruppen wird Anfang 2019 zu einer mehrtägigen Festveranstaltung nach Berlin eingeladen. Kooperationspartner sind die Bundeszentrale für politische Bildung und das wannseeFORUM Berlin.

 

"Way to Paradise" © Ali Reza Husseini, Cameo Kollektiv / KJF

Im Offenen Wettbewerb der Sony World Photography Awards haben es drei Fotografen aus Deutschland in ihrer Disziplin ganz nach oben geschafft: Manuel Armenis, Klaus Lenzen und Andreas Pohl gewinnen in den Bereichen „Architektur“, „Straßenfotografie“ und „Bearbeitete Fotos“.

Aller guten Dinge sind drei. Das gilt auch für die Sony World Photography Awards. Denn in diesem Jahr haben drei Kandidaten aus Deutschland den jeweils ersten Platz innerhalb des Offenen Wettbewerbs belegt. Manuel Armenis aus Hamburg gewinnt mit dem Foto „Alte Freunde“ nicht nur die „Straßenfotografie“-Kategorie, sondern auch den „National Award“. Für die Jury ist sein Foto aus allen deutschen Einsendungen in den zehn Kategorien des Offenen Wettbewerbs das Beste. Gisela Kayser, Geschäftsführung und künstlerische Leitung des Freundeskreises Willy-Brandt-Haus, hat sein Foto am meisten begeistert. Von Juli bis September 2018 wird sein Bild mit den Werken der anderen Gewinner im Herzen von Berlin im Willy-Brandt-Haus zu sehen sein.

Als „National Award“ Gewinner wird Manuel Armenis nicht nur bei der offiziellen Preisverleihung am 19. April in London dabei sein. Genau wie die übrigen beiden Gewinner erhält er eine Kamera-Ausrüstung von Sony. Zudem haben die drei Deutschen die Chance, in London als „Open Photographer of the Year“ ausgezeichnet zu werden. Der Titel ist mit 5.000 Dollar Preisgeld dotiert. Die Sony World Photography Awards gehören zu den größten und abwechslungsreichsten Fotowettbewerben der Welt. Im elften Jahr haben Fotografen aus mehr als 200 Ländern rund 320.000 Fotos eingereicht.

Manuel Armenis: „Straßenfotografie“ und „National Award“

Manuel Armenis lebt in Hamburg. 1971 in Mannheim geboren, widmet er sich heute vornehmlich der Straßenfotografie. Sein Ziel: Menschen und ihr Leben in der Stadt dokumentieren. Seine Werke wurden bereits in vielen verschiedenen Ländern ausgestellt – unter anderem in Australien und den Vereinigten Staaten. „Das Bild „Alte Freunde“ habe ich im Frühling 2017 in Hamburg gemacht. Die ältere Dame gehört zu den anmutigsten Menschen in der Nachbarschaft. Immer stilvoll, positiv, mit einem Lächeln auf den Lippen. Nie beschwert sie sich über irgendetwas. Und das, obwohl der Alltag ihr einiges abverlangt. Immer ist sie mit ihrem besten Freund unterwegs – ihrem kleinen Hund.“

Er sei unendlich froh darüber, bei den Sony World Photography Awards gleich zwei Auszeichnungen entgegennehmen zu können, sagt Manuel Armenis. „Das ist eine totale Überraschung. Ich bin so dankbar, dass meine Bilder so gut angekommen sind.“

Klaus Lenzen: „Bearbeitete Fotos“

Klaus Lenzen war Bankangestellter und ist heute passionierter Fotograf. Der Ratinger hat bereits verschiedene nationale und internationale Preise gewonnen – auch schon bei den Sony World Photography Awards. Seine Bilder überzeugen durch einen besonderen Minimalismus. Gerade Formen, Farben und Strukturen vermag er auf einzigartige Weise einzufangen. „Ich bin von der Auszeichnung total überwältigt“, erklärt er. „Mit meinem Foto ,Every breath you take‘ die Kategorie ,Bearbeitete Fotos’ zu gewinnen, hätte ich nicht erwartet. Zudem bin ich ja auch noch in der Kategorie Stillleben unter den Top Ten auf der Shortlist und habe in der „Motion“ Kategorie auch noch eine besondere Erwähnung erhalten. Keine Frage: Das sind die größten Auszeichnungen, die ich bisher erhalten habe.“

Andreas Pohl: „Architektur“

Andreas Pohl lebt und arbeitet in Berlin. Wenn er nicht fotografiert, ist er in der Wissenschaft tätig. Im Dezember 2009 kaufte er seine erste „richtige“ Kamera. Seit 2014 experimentiert er mit Graufiltern und Langzeitbelichtungen. Die meisten seiner Bilder sind schwarzweiß. „Das Bild ,Der Mann und der mysteriöse Turm‘ habe ich im Januar 2017 am späten Nachmittag kurz vor Sonnenuntergang aufgenommen“, erinnert sich der Fotograf. Zu sehen ist ein Turm des ehemaligen Deutschen Luftfahrtzentrums. In den 30er Jahren wurde dort an Modellflugzeugen gearbeitet. Heute ist das Areal Teil des wissenschaftlichen Campus‘ in Adlershof. „Ich kenne den Turm bereits seit vielen Jahren und wollte ihn immer schon im Schnee fotografieren. An diesem Tag war das Wetter perfekt. Nur wenige Studenten waren vor Ort. Nach ein paar Aufnahmen hatte ich das entscheidende Bild.“ Dass sein Foto bei den Sony World Photography Awards ausgezeichnet wird, mache ihn besonders glücklich und ein wenig stolz, sagt er. „Das gibt mir das Gefühl, dass ich in der Fotografie den richtigen Weg eingeschlagen habe. Das motiviert mich noch mehr. Ich möchte mich noch mehr weiterentwickeln.“

Insgesamt werden heute die Namen von insgesamt 63 National Award Gewinnern und der Sieger der zehn Kategorien innerhalb des Offenen Wettbewerbs veröffentlicht. Der Gesamtsieger des Offenen Wettbewerbs und die Gewinner der Profi-Kategorien werden am 19. April 2018 bekannt gegeben.

Die Gewinner der 10 Kategorien des Offenen Wettbewerbs sind:

  • Architektur: Andreas Pohl, Deutschland
  • Kultur: Panos Skordas, Griechenland
  • Bearbeitete Fotos: Klaus Lenzen, Deutschland
  • Landschaft & Natur: Veselin Atanasov, Bulgarien
  • Bewegung: Fajar Kristianto, Indonesien
  • Portrait: Nick Dolding, Großbritannien
  • Stillleben: Richard Frishman, USA
  • Straßenfotografie: Manuel Armenis, Deutschland
  • Reise: Mikkel Beiter, Dänemark
  • Wilde Tiere: Justuna Zduńczyk, Polen

 

Manuel Armenis

 

Imaging-Industrie ist mit Artificial Intelligence ein Motor für die Zukunft

Selbstfahrende Autos, automatisch nachbestellende Kühlschränke, Service-Roboter, die Drinks an den Platz bringen, Türen die sich mit Fingerabdruck öffnen, sich selbst sortierende digitale Bildarchive – die Zukunft verspricht komfortabel und spannend zu werden. „Wenig präsent ist, dass für all diese Szenarien die Imaging-Industrie mit ihren neuartigen Technologien der Bilderfassung und -verarbeitung der wesentliche Taktgeber ist“, kommentiert Christian Müller-Rieker vom Photoindustrie-Verband (PIV), die aktuellen Innovationstrends. Immer sind es Kameras – oder verwandte Geräte aus dem Imaging Ökosystem – und häufig KI-gestützte nachgelagerte Bildauswertungstools, die das alles überhaupt erst ermöglichen. Um künftig in allen Lebensbereichen ein Höchstmaß an Effizienz, Qualität, Nachhaltigkeit und Sicherheit gewährleisten zu können, ist der Bedarf an sehenden und interpretierenden Systemen grenzenlos.

Bisher: Automatisierte Bildverarbeitung

Bisher stand vor allem die automatisierte Bildverarbeitung im Fokus, die es zum Beispiel im Bereich Smart City möglich macht, Parklücken ebenso zu erkennen wie bei Smart Home etwa die fehlende Milch im Kühlschrank und sogar die Oberflächengüte von Werkstücken in der industriellen Fertigung. Bildverarbeitung ist die Schlüsseltechnologie auch für Industrie 4.0. Mit solchen Basis-Technologien werden heute schon wiederkehrende gleichförmige Aufgaben gut bewältigt. Flexibel und schnell reagieren wie ein Mensch können diese Bildverarbeitungs-Systeme jedoch nicht. Auch für komplexere Szenarien, wie etwa der Erkennung von gesuchten Personen auf Fotos von Überwachungskameras, bedarf es intelligenter Systeme, die zuvor mit einer Flut an Informationen gespeist wurden.

Intelligente, selbstlernende Systeme führen auf das nächste Level

Unter „intelligent“ und damit künstlicher Intelligenz (KI oder englisch „AI“ für artifical intelligence) versteht man vor allem selbstlernende Systeme. Während man früher etwa fest einprogrammieren musste, wie ein Programm zum Beispiel Gesichter erkennt, ist Software heute so flexibel, dass sie sich das selbst erarbeitet. Als Basistechnologie werden dazu sogenannte „Neuronale Netze“ verwendet. Sie sind vielfältig wie ein Schweizer Taschenmesser und haben nicht nur die Bild- sondern auch die Spracherkennung auf eine ganz neue Ebene gehoben. Vereinfacht gesagt erkennen neuronale Netze in einem Lernprozess – ähnlich wie der Mensch – anhand von Versuch und Irrtum, welche Operationen sie ausführen müssen, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Werden mehrere Schichten von neuronalen Netzen in Kombination eingesetzt, verbessern sich die Ergebnisse deutlich. Man spricht dann vom „deep learning“.

Damit neuronale Netze zum gewünschten Ergebnis kommen, hilft Feedback über die Richtigkeit ihrer Zwischenergebnisse sowie eine große Menge an Daten. Idealerweise werden neuronale Netze zum Start daher mit bereits von Menschen bewerteten Daten gefüttert, z.B. manuell verschlagwortete Bilder. Je mehr sie davon haben, desto einfacher und besser können sie Muster erkennen und desto zuverlässiger werden die Endergebnisse. Und das Beste: Im Lauf der Zeit werden sie immer besser, denn sie lernen ständig dazu.

In der Praxis: Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Der deutsche Stockfotografie-Anbieter EyeEm hat sich z.B. seinen großen Datenbestand zu Nutze gemacht und eine Anwendung auf Basis künstlicher Intelligenz entwickelt, die automatisch Schlagworte für Aufnahmen vorschlägt. Mittlerweile ist die automatische Erkennung von Szenen bei den großen KI-Anbietern im Bildverarbeitungsbereich Google, Apple und Microsoft Standard. So können zielsicher zum Beispiel nur Aufnahmen von einem Business-Meeting ebenso in einem großen Bildbestand gefunden werden wie solche einer Strandparty – ganz ohne, dass Menschen sie vorher katalogisieren müssen.

Ein wesentlicher Bereich von KI-Technologien ist die Gesichts-Wiedererkennung. Bildverwaltungsprogramme können so auf Basis der bereits eingelesenen Fotos automatisch zusammengestellte Sammlungen mit Aufnahmen bestimmter Personen anbieten. Microsoft geht sogar so weit, dass man versucht, Emotionen automatisch zu erkennen. So könnte es etwa möglich werden, zum 18. Geburtstag zielsicher ein Babyfoto mit trotzigem Gesichtsausdruck für ein Erinnerungs-Fotobuch zu finden.

Der Nutzen für Konsumenten

Für die Endanwender bedeutet all dies ein Plus an Komfort: Zeitintensive, eher langweilige Aufgaben wie das Verschlagworten werden ihnen abgenommen und sie können schneller mehr aus ihren Bildern machen. Die Einsatzmöglichkeiten gehen aber weit über den heimischen Computer und die eigenen Erinnerungsfotos hinaus. So werden etwa Supermärkte möglich, die komplette Selbstbedienung ganz ohne Kasse erlauben, weil sie erkennen, wo der Besucher gerade ist und was er in den Warenkorb gelegt hat. Zukunftsmusik? Mitnichten: Amazon hat kürzlich mit dem Go-Store in Seattle einen Prototypen eröffnet. Auch für Service-Roboter, die zum Beispiel in der Pflege unterstützen könnten, sind solche Technologien wichtig, denn sie sollen den richtigen Patienten selbständig erkennen und anhand der Mimik ablesen können, ob er zufrieden ist.

Ausblick in die Zukunft: Quantensprünge mit Quantencomputern

Eine Bremse für den Einsatz von KI-Technologien ist derzeit noch, dass sie vergleichsweise viel Rechenleistung verschlingen und für viele Einsatzgebiete noch zu langsam sind. Experten erhoffen sich von der Entwicklung von Quantencomputern, die deutlich leistungsfähiger sind als die heutigen Rechner, auch einen Quantensprung für die künstliche Intelligenz.

 

photokina 2018

Künstlicher Intelligenz (KI) als Tool und Lösung im Zusammenhang mit dem Imaging Ökosystem wird ein zentrales Trendthemen der photokina 2018 sein, die vom 26. bis 29. September 2018 in Köln ihre Tore öffnet. Man darf also gespannt darauf sein, was die Unternehmen auf der Imaging-Weltleitmesse zeigen werden.

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