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Der Handelsverband Technik (BVT) und die Marktforscher der GfK Retail and Technology GmbH gehen zuversichtlich in das Weihnachtsgeschäft: Bei guter Wirtschaftslage, Vollbeschäftigung und stabilen Einkommen werden die Deutschen im Jahr 2018 mit 59 Milliarden Euro wieder genauso viel für Technische Gebrauchsgüter ausgeben wie im Vorjahr. Die Adventszeit ist wieder auf drei Wochen verkürzt, so dass der BVT einen umsatzstarken Jahresendspurt erwartet. „Wir rechnen am Weihnachtsmontag mit jeder Menge Last Minute-Käufen“, so BVT-Geschäftsführer Willy Fischel. „Wir liefern mit Smartwatches, intelligenten Lautsprechern und Akkustaubsaugern die Sehnsuchts-Geschenke für den Gabentisch. Qualität ist King bei den Konsumenten und sie bekommen auch immer mehr für ihr Geld: TV-Geräte zeigen dank UHD und jetzt auch noch 8K immer schärfere Bilder, Lautsprecher verstehen Sprachbefehle und immer mehr Wasch- und Spülmaschinen dosieren selbständig das benötigte Reinigungsmittel.“

 

Der Gesamtmarkt umfasst Konsumelektronik, Foto, Elektrogroß- und -kleingeräte, Telekommunikation, Informationstechnik und Bürobedarf. Das Weihnachtsgeschäft spielt für die Branche eine große Rolle: Der Umsatzanteil des Einzelhandels im Weihnachtsgeschäft mit Consumer Electronics beträgt 22 % (Nov./Dez.). Von den 472 Euro*, die die Deutschen in 2018 für Weihnachtsgeschenke ausgegeben wollen, entfällt ein großer Teil auf Unterhaltungselektronik. (* Verbraucherbefragung des Ifes-Instituts der FOM Hochschule)

 

Smartwatches erobern den Massenmarkt

Smartwatches werden immer beliebter: So kauften die Deutschen in den ersten neun Monaten 2018 1,1 Millionen Smartwatches, was einem Zuwachs von 30 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. „Die Smartwatches bieten jede Menge Gesundheitsfunktionen. Demnächst werden aber immer mehr Nutzer auch mit ihrer Uhr ihre Einkäufe bezahlen. Auch das Potenzial für ältere Bevölkerungsgruppen ist groß dank Gesundheitsüberwachung und Sturzmeldefunktionen“, so Arndt Polifke, GfK Senior Director Market Insights Central Europe. Zudem profitieren die Konsumenten von stabilen Preisen: Der Durchschnittspreis lag mit 245 Euro im Jahr 2018 etwa auf Vorjahresniveau, wobei Smartwatches ohne SIM-Kartenslot im Durchschnitt 234 Euro erlösten, während die deutschen Konsumenten für Smartwatches mit direkter LTE-Verbindungsmöglichkeit im Durchschnitt 412 Euro ausgaben.

 

Gaming-PCs trotzen rückläufigem Computer-Markt

Innerhalb des rückläufigen Computer-Marktes waren Gaming-PCs zuletzt einer der Lichtblicke mit positiven Wachstumsraten. So konnten die Händler in den ersten 3 Quartalen 210.000 als Gaming-PCs vermarktete Computer in Deutschland verkaufen. Im Vergleich zur Vorjahresperiode entspricht dies einem Wachstum von 12 %. Umsatzseitig zeigen sich ähnlich positive Entwicklungen: Die deutschen Einzelhändler setzten im Jahr 2018 bisher 251 Millionen Euro mit Gaming-PCs um, 5 % mehr gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Polifke: „Etwas Wasser in den Wein bringt der Blick auf die Preisentwicklung der mobilen Gaming PCs. Nach 3 Quartalen liegt der Durchschnittspreis für ein Gaming Laptop bei 1.182 Euro - 139 Euro bzw. 10 % niedriger als im Vorjahreszeitraum 2017. Dafür sehen wir ein deutliches Wachstum bei den Ausgaben für margenstarke Gaming-Zubehörprodukte.“ Neben Gaming-PCs werden gerade auch Konsolen - insbesondere portable Konsolen wie die Nintendo Switch - als Weihnachtsgeschenk immer beliebter.

 

Consumer Electronics – Smarte Assistenten weiter auf dem Vormarsch

Smarte Lautsprecher erreichen immer noch enorme Zuwachsraten (z.B. September 2018 vs. VJ +1.000 %). Seit 2016 wurden rund 265 Tsd. Verkäufe im GfK-Handelspanel gemessen (ohne Direktverkäufe durch Google, Amazon & Apple). Smarte Assistenten werden in immer weitere CE-Produkt-Kategorien integriert: So misst die GfK aktuell die ersten Verkäufe von Bluetooth-Lautsprechern mit integriertem Google Assistant oder Amazon Alexa von Seiten namhafter Lautsprecherhersteller. Der Anteil an allen tragbaren Bluetooth-Lautsprechern war im September mit rund 2 % jedoch noch überschaubar. Auch bei Soundbars haben inzwíschen schon einige Anbieter erfolgreiche Produkte ins Sortiment aufgenommen, die KI integriert haben. Im September betrug der Anteil der Modelle mit integriertem Assistenten an den Absätzen aller Soundbars immerhin bereits rund 10 %.

 

Hochwertige Systemkameras bestimmen die Entwicklung des Fotomarktes

Viele Neuheiten bei hochwertigen Systemkameras werden nun zum Jahresendgeschäft in die Geschäfte kommen. Diese neuen Kameramodelle sorgen für eine verstärkte Nachfrage und mit dem Verkauf der Kameras wird wie bisher auch mit einem starken Zubehörverkauf gerechnet. Der Konsument erwartet bei diesen anspruchsvollen Produkten eine entsprechende Beratung. Davon profitiert der Fachhandel.

 

Kleingerätemarkt weiter im Plus: Staubsauger jetzt hip

Der Markt für Kleingeräte setzt sein solides Wachstum fort und wird auch im vierten Quartal voraussichtlich ein Drittel des Jahresumsatzes realisieren. Vor allem der November wird neben dem Dezember zunehmend zum verkaufsstarken Monat für Kleingeräte beobachtet Martina Sedlmaier, GfK Senior Director Market Insights Central Europe: „Das Wachstum fokussiert sich auf ausgewählte Segmente, die überwiegend im hochwertigen Bereich liegen. Unter dem Strich investiert der Kunde mehr und kauft höherwertig ein.“ Im Trend liegen dabei kabellose Handstaubsauger und Saugroboter mit Zuwachsraten von über 60 % bzw. über 30 %. Sedlmaier: „Das Thema Bodenpflege ist salonfähig geworden. Sowohl Männer wie Frauen interessieren sich heute für die neuesten Errungenschaften in diesem Bereich. Futuristisches Design, Technologisierung und funktionale Innovationen werten die Kategorie emotional auf und kreieren dadurch Wert.“ Ein Zukunftsmarkt mit Potential ist das Thema Luftreinigung, oft auch in Kombination mit Klimafunktion oder Luftbefeuchtung. Die zunehmende Urbanisierung, die Sensibilisierung hinsichtlich Feinstaub sowie das Ausbreiten von Allergien dürften der Kategorie nachhaltig Auftrieb geben. Das aktuelle Wachstum von 31 % zum Vorjahr ist bereits vielversprechend.

 

Persönliches Wohlbefinden und Genuss sind für die Deutschen wichtige Lifestyle Elemente. Eine tragende Säule im Markt ist der hochwertige Kaffeegenuss. Espresso Vollautomaten liefern mit +2 % einen wichtigen Wachstumsbeitrag für 2018. Für Genuss ohne Reue steht das zweistellige Wachstum von Heißluftfritteusen. Alles rund um das Thema Kochen, Lifestyle und gesunde Ernährung bleibt gefragt: Smoothie-Mixer, stylische Küchenmaschinen und Multikocher sind inzwischen moderne Klassiker unterm Weihnachtsbaum.

 

Markt für Großgeräte erreicht hohes Plateau, Trading-Up setzt sich fort

Nach einer zehnjährigen Wachstumsphase liegt der Umsatz für Großgeräte erstmals leicht unter Vorjahresniveau. Die Langfristentwicklung seit 2008 mit einem Umsatzplus von mehr als 35 % ist jedoch beachtlich. Der Markt stabilisiert sich auf einem hohen Plateau. Sedlmaier: „Während der heißen Sommermonate erhielten Kühlschränke zuletzt einen Wachstumsschub. Vor allem freistehende und mehrtürige Kühlgeräte werden verstärkt nachgefragt. Der Kühlschrank wird somit immer häufiger als Solitär mit attraktivem Design, farbigem Display und anderen Extras zum Blickfang im Wohn‑/Essbereich.“ Dieser Trend steht nur beispielhaft für ein kontinuierliches Trading-Up im Hausgerätemarkt. Die Kunden investieren außerdem in Multifunktionalität (z. B. Wasch-Trockner oder Kochfelder mit integriertem Dunstabzug) und in Convenience (z. B. automatische Dosierungs- oder Selbstreinigungsfunktion).

 

Stationärer Fachhandel dominiert Vermarktung

Nach wie vor kaufen die Deutschen ihre Elektrogeräte weiterhin am liebsten in stationären Geschäften. Dort geben sie 70 % ihres Technik-Budgets aus. Aber auch der Onlinekauf verteidigt seine Relevanz. Besonders die stationären Händler steigerten ihre digitalen Umsätze. Fischel: „Multichannel wird im Handel zum Standard, weil es für die Konsumenten Standard ist. Stationär oder Online ist nicht mehr die Frage, sondern: Wer bietet seinen Kunden die beste Kombination aus Komfort und Preis-Leistung.“ Ein Drittel des Online-Umsatzes geht inzwischen über die Onlineshops der stationären Händler.

 

„Die hohe Quote der Abholer von Online-Käufen im Geschäft macht klar, dass die Kunden beides wollen: Onlineshop und Präsenz vor Ort. Dabei spielt nicht nur die Bequemlichkeit eine zentrale Rolle, sondern auch die Sicherheit eines persönlichen Ansprechpartners“, so Fischel. Das schwache Abschneiden der deutschen Mannschaft bei der Fußball-WM hatte Auswirkungen auf den Absatz vor allem mit Fernsehern. Das erhoffte Geschäft mit hochauflösenden, großformatigen TV-Geräten und die damit verbundenen Kundenkontakte blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der heiße Sommer hat die Frequenz in den Geschäften 2018 ebenfalls wesentlich beeinflusst. „Wer bei Temperaturen weit über 30 Grad in ein Elektro-Geschäft geht, hat einen ganz konkreten Kaufwunsch“, so Fischel.

 

Sprachsteuerung kurbelt nicht nur den Geräteabsatz an, sondern verändert langfristig auch das Kaufverhalten der Konsumenten. „In der Bedienung ist die Sprache das natürlichste Interface zwischen Mensch und Maschine überhaupt“, so Fischel. „Der Einkauf per Sprachbefehl ist der nächste, folgerichtige Schritt. Und das eben nicht nur bei Technik-Freaks, sondern bei jedem, für den Siri, Google-Assistant und Alexa wie selbstverständlich digitale Begleiter des Alltags sind.“ Unter dem Stichwort „Voice Commerce“ beziehungsweise „Voice Shopping“ wird sich allen voran der Technikhandel auf Kompatibilität seines Multichannel-Ansatzes zu Sprachbefehlen einstellen. Eine besondere Herausforderung stellt die „verkürzte Trefferliste“ dar. Galt es bislang bei der Bildschirmsuche über (Preis-) Suchmaschinen und Portale auf die erste Seite der Treffer zu kommen, gibt es bei der Sprachsuche nur noch die Nummer Eins, maximal die Nummer Zwei.

 

Profis gesucht: Investition in Personal

Der hohe Grad an Vorinformation der Kunden durch Online-Recherche steht im Technikhandel nicht im Widerspruch zu wachsendem Beratungsbedarf. Neben Kundenbewertungen auf Portalen und Shoppingseiten spielt vor allem bei komplexen Lösungen oder produktübergreifenden Vernetzungen die Fachberatung eine entscheidende Rolle für die Kaufentscheidung. Fischel: „Dass die Produkte immer intelligenter und vernetzter werden heißt nicht, dass sie sich von selbst erklären und verkaufen. Aber die Anforderungen an das Personal wachsen kontinuierlich, weil bereichsübergreifendes Wissen gefragt ist.“ Die erforderlichen Investitionen in Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter wachsen nach BVT-Beobachtung seit Jahren. Neben Herstellerschulungen ist vor allem die bereichsübergreifende Qualifikation von wachsender Relevanz.

Ausstellung im Deutschen Pferdemuseum (30.11.2018 – 3.3.2019)

Eindrucksvolle und faszinierende Szenen aus der Tier- und Pflanzenwelt, festgehalten in brillanten Bildern: Zum nunmehr fünften Mal in Folge präsentiert das Deutsche Pferdemuseum in Verden (Aller) als erster Ausstellungsort die besten Fotografien des Wettbewerbs „Europäischer Naturfotograf des Jahres“, ausgelobt von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen e.V. (GDT).

Im Jahr 2001 zunächst als einmalig stattfindendes Ereignis geplant, entwickelt sich der Wettbewerb in den folgenden Jahren zu einer festen Größe von internationalem Rang mit stetig steigenden Teilnehmerzahlen und einem ebenso kontinuierlich wachsenden öffentlichen Interesse. Mit über 18.000 eingereichten Fotografien unterstreicht der europaweite Wettbewerb im Jahr 2018 erneut seine Bedeutung.

Ende Oktober 2018 fand die diesjährige Preisverleihung statt. Zum Gesamtsieger des Naturfoto-Wettbewerbs kürte die internationale Jury in diesem Jahr Cristobal Serrano aus Spanien mit seinem Bild „Regenbogen-Stadt“. In seiner spektakulären Luftaufnahme wird die Natur zu Kunst, der Erdboden wirkt wie die Palette eines Malers mit unzähligen Farben. Mit einer Drohne hat er einen riesigen Schwarm Zwergflamingos aufgenommen, die im schlammigen, stark mineralienhaltigen Ufers des Lake Bogoria in Kenia nach Nahrung suchen. Ein Foto, das die Schönheit und Besonderheit der Natur feiert und den Blick des Betrachters fesselt.

Gesamtsieger des Wettbewerbs: Regenbogen-Stadt von Cristobal Serrano, Spanien. © GDT ENJ2018, Cristobal Serrano

Mit der Ausstellung im Deutschen Pferdemuseum sind die hochkarätigen Fotografien nun erstmalig nach der Preisverleihung für die Öffentlichkeit zu sehen. Über 80 ausgezeichnete Fotografien, aufgenommen von Profi- und Hobbyfotografen aus 35 Ländern, bestechen durch ihre Vielfältigkeit und ihre speziellen und faszinierenden Entstehungsgeschichten. Bilder voller Dynamik treffen auf solche, die vollkommene Ruhe ausstrahlen, Aufnahmen voller Spannung neben faszinierenden Fotos, die zum Träumen einladen, Motive aus dem realen Leben an der Seite von solchen, die aus einer unwirklichen, märchenhaften Welt zu stammen scheinen. Zusammen bieten sie ungewöhnliche und überraschende Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt. Sie zeigen Blickwinkel und Motive, die die meiste Zeit im Verborgenen liegen und für den größten Teil der Menschen nie sichtbar würden.

Begleitend zur Ausstellung ist im Tecklenborg-Verlag ein Bildband erschienen, der am Museumsshop des Deutschen Pferdemuseums angeboten wird. Die Fotoausstellung ist bis zum 3.03.18 Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Mehr Infos zur Ausstellung und zum Begleitprogramm unter www.dpm-verden.de

 

Begleitprogramm zur Ausstellung:

Bildvortrag: „Shaped by the Sea - Vom Wasser geformt“
Naturfotograf Theo Bosboom zeigt mit eindrucksvollen Fotos der europäischen Atlantikküste, wie die unbändige Kraft des Meeres das Erscheinungsbild der Küsten fortwährend verändert. 22.01.2019, 19:30 Uhr
Kosten: 10,- € pro Person inkl. Museumseintritt; 8,- € pro Person für Mitglieder des Deutschen Pferdemuseums
Sitzplatzreservierung unter Tel: 04231/807140

 

Vortrag: „Klimawandel – (k)ein Grund zur Sorge?“
Klimaforscher Prof. Dr. Peter Lemke, Alfred-Wegener-Institut, über den Klimawandel und seine Folgen für den norddeutschen Raum 
12.02.2019, 19:30 Uhr
Kosten: 8,- € pro Person inkl. Museumseintritt; 6,- € pro Person für Mitglieder des Deutschen Pferdemuseums
Sitzplatzreservierung unter Tel: 04231/807140

Startups erweitern mit neuen Technologien und Services das Spektrum der Imaging-Branche.

Der Photoindustrie-Verband (PIV) unterstützt mit seiner Startup-Initiative junge Unternehmen mit zielgerichteten Informationen und dem Know-how des eigenen Netzwerks. Im Rahmen dieser Initiative veranstaltete der PIV einen Expertentalk, um exemplarisch zu zeigen, wie neue und etablierte Firmen kooperieren können. Mit dabei waren Markus Elsässer (Gründer und Verleger StartupValley Magazine), Dr. Reiner Fageth (Vorstandsmitglied CEWE) sowie Konstantin Kurz und Max Bäumle (beide Mitgründer und Software-Entwickler Osmako).

Bei der Gründung eines Startups sorgen sogenannte “Acceleratoren” („Beschleuniger“, meist Institutionen) und “Incubatoren” (Institutionen, Unternehmen etc.) dafür, dass ein Jungunternehmen in der Anfangsphase schneller wächst. Dabei werden neben Wissen, Coaching und Netzwerk auch Arbeitsplätze sowie Ressourcen zur Verfügung gestellt. Beim Inkubator kommen die Ideen meist “von innen”, beim Accelerator über externe Gründerteams. Während ein Accelerator vorrangig das Ziel verfolgt, das Wachstum eines Startups durch Know-how und Ressourcen innerhalb kürzester Zeit voranzutreiben, steht beim Inkubator die Schaffung neuer, kreativer Ideen für das Startup im richtigen Tempo im Vordergrund.

Reiner Fageth: „Wenn man in ein Startup investiert, kann man es nicht einfach so laufen lassen. Die Gründer müssen performen, Perspektiven und Visionen haben. Allerdings ist vom Management her die Kompatibilität von mittelständischen Unternehmen zu Startups nicht immer gegeben. CEWE ist an diversen Startups zwischen 10 und 100 Prozent beteiligt. (…) Für uns zählt das Gründerteam mehr als die Idee. Es muss passen und kompatibel sein, wie etwa bei Cheerz, an dem wir uns mit 80 Prozent beteiligt haben. Aber da sitzt auch konstant jemand aus unserem Management in deren Geschäftsführung.“

Ein Startup aus der Imaging-Branche und ganz am Anfang seiner Firmengeschichte ist Osmako, das beispielhaft für viele andere Jungunternehmen an der PIV Expertenrunde teilnahm. Ihr Ziel: Nicht weniger als eine neue Mittelformatkamera zu entwickeln, zu bauen und erfolgreich im Markt zu platzieren. Die ersten Erfahrungen fasst Konstantin Kurz zusammen: „Es ist am Anfang nicht leicht, den Fuß in die Tür zu bekommen und mit so einer Idee ernst genommen zu werden. Trotzdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass große Unternehmen gegenüber Startups grundsätzlich sehr aufgeschlossen sind. Denn wir stehen in der Imaging-Branche vor einem großen Umbruch und keine der etablierten Unternehmen möchte etwas verpassen. Für die ersten Gespräche mit Etablierten hat uns der PIV als Vermittler sehr geholfen.“

Auf die Frage, wie man auf die ambitionierte Idee kommt, eine neue Kamera zu entwickeln, sagt Konstantin Kurz: „Es ist durchaus reizvoll, eben nicht das nächste Digitalisierungsprojekt zu machen, sondern die Kompetenzen, die in den einzelnen Gründern vorhanden sind, zu kombinieren. Ein neues, einfaches Bedienkonzept ist eine Kernidee unseres Konzeptes. Aber ein zentrales Element einer Kamera ist und bleibt der Sensor. Diesbezüglich haben wir uns an einen großen und etablierten Sensorhersteller gewendet. Für uns stand dabei immer die Frage im Raum, die sicherlich auch viele andere Startups zu beantworten haben: Wie viel kann und darf ich anfangs preisgeben, um überzeugend zu wirken, ohne aber zu viel zu verraten, um die Idee später patentieren lassen zu können?“ Bis Oktober wollen die Jungunternehmer einen integrierten Prototypen ihrer Kamera bauen. „Im Idealfall finden wir einen strategischen Investoren, weil er uns beim Marktzugang, Vertrieb und mit weiteren Partnern helfen kann.“

Markus Elsässer weiß: „Ein strategischer Partner, der Geld und Netzwerk bringt, ist Gold wert. Ich rate dazu, Klinken zu putzen, zu Pitch-Events gehen und nach einem passenden Investor Ausschau zu halten.“

Wie aber kommen mittelständische Unternehmen an geeignete Startups? CEWE Manager Fageth: „Wir machen das zweigeteilt. Einerseits sind wir an zwei Fonds beteiligt, die unterschiedlich positioniert sind. Damit bekommen wir den kompletten Dealflow mit. Und wir schauen uns die Entwicklungen des Marktes an, welche Trends es gibt. Gibt es Anknüpfungspunkte zum Imaging? Gibt es Matches in Bezug auf die Kernkompetenzen von CEWE wie Datenmanagement, Internethandel, Kundenkontakt in den europäischen Handel? Punkt zwei der Startup-Suche betrifft die Imaging-Branche selber. Jeder in unserem sechsköpfigen Vorstand schaut, was es Neues und Interessantes gibt und stellt das den Kollegen vor. Wenn das Unternehmen dahinter dann überzeugend ist, machen wir ein Investment.“

Was aber noch nicht heißt, dass die Zusammenarbeit dann auch funktioniert: Oftmals, so Elsässer, fühlen sich Investoren nicht genug in Entscheidungen eingebunden und anders herum fühlen sich Gründer oftmals bevormundet und durch den Investor in ihrer Entscheidungskraft eingeschränkt. Entscheidender Erfolgsfaktor, da sind sich die Experten einig, ist das Gründerteam. Aber auch Gründer müssen umgekehrt abschätzen, ob der Investor oder Business Angel zu ihnen passt. Reiner Fageth weiß: „Strategische Partner werden klare KPIs vorgeben, als Venture Capitalist zählen eher Meilensteine. Zwischen den Milestones hast du als Gründerteam relativ viele Freiheiten, da fragt keiner nach KPIs. Grundsätzlich ist man bei einem Strategen auskunftspflichtiger als beim Venture Capitalist.“

Über ihre Zukunft im Allgemeinen und in drei Jahren im Konkreten befragt, haben die Experten unterschiedliche Perspektiven. Osmako würde in drei Jahren „gerne die Kamera schon auf dem Markt etabliert und die Plattform auf ein weiteres Modell skaliert haben. „Das ist eine Vision, die ambitioniert ist“, so Max Bäumle von Osmako. Welche Rolle spielen Startups in Zukunft bei CEWE? Reiner Fageth sagt grundsätzlich: „Es ist extrem wichtig, mit jungen und dynamischen Unternehmen zusammenzuarbeiten und gemeinsam Businessmodelle zu entwickeln. Wenn du nicht mit Startups zusammenarbeitest, schneidest du dir ein gewisses Maß an Kreativität und Innovation ab.“

Markus Elsässer ist bezüglich der Zukunft von Startups in Deutschland grundsätzlich optimistisch: „Ich denke, dass die Startup Community kräftig weiterwächst. Es entstehen überall in Deutschland Gründerzentren und es gibt sehr viele Firmen, die ein Interesse haben, in Startups zu investieren. Es wäre ganz fantastisch, wenn einer der nächsten Global Player aus Deutschland kommen würde. Das Potenzial dazu haben wir: Eine gute Wirtschaft, gute Unternehmen, gute Studenten und innovative Startups.“ Die Regierung, so Elsässer, muss aber noch an verschiedenen Hebeln unterstützend tätig werden. Schaut man beispielsweise auf die neue Datenschutzgrundverordnung, so ist das für kleine Unternehmen, die keine eigene Rechtsabteilung haben, ein echtes Problem. Wird Verordnung aber nicht eingehalten, können die Kosten für einen Rechtsanwalt so ein Startup schnell finanziell ans Ende bringen. Da wäre laut Elsässer eine vorgegebene Standardverordnung sinnvoll, die eingehalten werden muss, bis nach einem gewissen Zeitraum genug Geld da ist, um die Verordnung gänzlich umzusetzen. Das gilt seiner Meinung nach auch für IHK-Rechnungen, Vorsteuer und so weiter: „Das Ganze könnte man für eine gewisse Zeit ruhen lassen, um den Startups den Start zu erleichtern. Und das nicht nur finanziell gesehen, sondern auch bezüglich der Zeit, die für die Umsetzung dieser Dinge investiert werden muss.“

Vielleicht kommt ja der nächste Startup-Star aus deutschen Landen? Expertentalk-Gastgeber Christian Müller-Rieker, PIV Geschäftsführer, sieht die Branche und die PIV Startup-Initiative jedenfalls auf einem guten Weg: „Die Startup-Initiative trägt jetzt erste Früchte, weil wir schon vor einigen Jahren erkannt hatten, dass unsere Industrie, die aus einem geschlossenen Ökosystem kam, sich öffnen wird. Wir haben auch klar erkannt, dass der Dialog immens wichtig ist, gerade wenn man aus so einer geschlossenen Imaging-Branche kommt. Wir wollen als Verband auch in Zukunft der Impulsgeber sein, um aus diesem geschlossenen ein neues, freies Imaging Ökosystem zu entwickeln, das prosperiert und wächst. Das ist wie eine Frischzellenkur für unsere Branche. Dafür müssen wir Anreize geben und Plattformen wie die Startup-Initiative entwickeln, da es ja sonst keine vergleichbare Institution in der Branche gibt. Wir freuen uns auf weitere starke Kooperationen zwischen Startups und etablierten Unternehmen und werden als PIV alles tun, um diese neuen Formen der Kooperationen weiter zu fördern.“

 

 

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