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Mit Perry Oosting hat Hasselblad einen neuen Geschäftsführer unter Vertrag, der Erfahrung mit Luxusmarken wie Bulgari, Prada, Gucci und Ventu hat. Das befähigt einen zwar nicht automatisch zum Flottmachen eines angeschlagenen Herstellers für professionelle Kameras, aber zumindest sollte er sich in Sachen Markenpflege bestens auskennen. Perry Oosting, bislang Mitglied des Aufsichtsrates, übernimmt die Geschäfte von Interims-Geschäftsführer Ian Rawcliffe, der das Amt seit Ende 2013 innehatte.
Perry Oosting selbst sagt, es sei ihm eine Ehre, Teil einer so ikonischen Marke wie Hasselblad zu werden. Das Digitalrückteil CFV-50c etwa, unter dem Motto „back to the future“ im Markt eingeführt, sei ein großartiges Beispiel für das fortdauernde Bekenntnis zum „totalen Hasselblad-Markenerlebnis“. Dass gerade dieses Rückteil
längst nicht an alle Hasselbladmodelle passt – sei‘s drum. Wichtiger wird es sein, die Fotografen und Kunden von einer Zukunft der Marke zu überzeugen. Dass alleine Design und „schöner Schein“ wie in den vergangenen Jahren das probate Mittel für die Wende sind, darf man allerdings bezweifeln. Echte Innovationen sind unabdingbarer Bestandteil der Zukunft des Traditionsherstellers. Wir sind und bleiben gespannt.

Die Verunsicherung bei jungen Fotografen ist groß, nachdem durch mehrere Medienberichte bekannt wurde, dass die bekannte Fotoplattform Flickr einige wenige ausgewählte, von Nutzern eingestellte Fotos, kommerziell als Kunstdrucke verkauft. Selbst die notwendige Veröffentlichung des Fotografennamens in Form eines losen Aufklebers als Zubehör zum Druck erscheint halbherzig. "Flickr ist Marktführer und zwingt als solcher die jungen Fotografen dazu, ihre Fotos mit einer Lizenz in ihrer Datenbank einzustellen, mit welcher die Jugendlichen der kommerziellen Verwendung durch Unternehmen zustimmen", ist Kai Mungenast, Vorstandssprecher des Bundesverbandes der Jugendpresse verärgert. "Viele Hobbyfotografen sind sich dieser möglichen Verwendung nicht bewusst und werden nur sehr versteckt auf diese Option für das Unternehmen hingewiesen."
Hintergrund: Neben der bei Flickr standardgemäß verwendeten Lizenz können Hobbyfotografen zur Veröffentlichung ihre Fotos im Internet unter eine andere Lizenz stellen. Diese erlaubt die Verwendung des Bildes nur für nicht-kommerzielle Veröffentlichungen, wie beispielsweise für andere Jugendmedien, gemeinnützige Verbände, soziale Projekte junger Menschen oder den Austausch mit anderen Fotografen. Diese Option ist für die Nutzer der Fotoplattform nicht auf den ersten Blick einsehbar. "Flickr sollte die Entscheidung über die Verwendung seines Bildes dem Fotografen überlassen und daher mehrere Lizenzformen gleichberechtigt zur Auswahl anbieten", schlägt Mungenast vor und rät den jungen Fotografen solange auf andere gemeinnützige Plattformen zurückzugreifen wie beispielsweise auf www.jugendfotos.de.

Ein Foto des Australiers Peter Lik ist jetzt für satte 6,5 Millionen US-Dollar verkauft worden. Damit löst das Bild „Phantom“, einem Schwarzweiß-Derivat eines motivmäßig gleichen Farbbilds aus dem Antelope Canyon, das Werk „Rhein II“ von Andreas Gursky als „teuerstes Foto der Welt“ ab – es wurde seinerzeit für 4,2 Millionen US-Dollar versteigert. Da aber über Käufer des Lik-Bildes und weitere Details ziemlich herumgeheimnist wird, fragen sich viele Experten, ob der Verkauf nur deshalb in so astronomischen Höhen vollzogen wurde, um den Marktwert von Peter Lik weiter zu steigern. Als ob der das nötig hätte: Mit mehreren Bilder in der „Multi-Millionen-Dollar“-Liga, zahlreichen Galerien, unzähligen Bildern, die er bereits als Wandschmuck für ihre Villen an Prominente verkauft hat, zählt Lik eh zu den Besserverdienern in der Fotografen-Zunft. Ok, bleiben wir bei der Sache: Peter Liks Bilder im Allgemeinen und das teure „Phantom“ im Besonderen sind gute Fotos mit einer gehörigen Portion „Verkitschung“: sehr poster- oder bildschirmhintergrundgeeignet. Gursky, Salgado und andere teure Künstler dagegen haben mit den Mitteln der Fotografie eine eigene Bildsprache entwickelt – und damit Kunstwerke geschaffen. Das ist und bleibt ein gewaltiger Unterschied.

Aber man kann von Peter Lik eine Menge lernen. Nein, nicht über Fotografie, aber darüber, wie man sich als Fotograf optimal vermarktet:

  1. Fotos machen, die einen ästhetisierenden, dekorativen Geschmack bedienen
  2. Nähe zu VIPs suchen und deren Wohnungen mit Fotos schmücken, wo sie von anderen Promis gesehen werden, die das dann auch wollen und so weiter
  3. Sponsoren finden und eigene Galerien gründen, um die eigenen Arbeiten in einen Kunst-Kontext zu setzen
  4. Die Verkäufe der eigenen Bilder in astronomische Höhen treiben, um die bereits gekauften Bilder ebenfalls im Preis steigen zu lassen und weiteren Investoren zu demonstrieren, dass das Geld in Lik Fotografien gut angelegt ist
  5. Den Nimbus des „teuersten Fotos der Welt“ nutzen, um über alle Medien gepusht tatsächlich ganz oben auf die Nachrichtenseite zu gelangen

Wie es weitergeht? Schauen Sie jetzt mal auf die Nachrichtenseiten. Steht da was von Peter Lik?

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