Vom 20. bis 25. September wird die photokina in Köln wieder zum Nabel der Imaging Welt. Unter dem Motto „Imaging Unlimited“ treffen sich zum ‚Sechstagerennen‘ der wichtigsten Player der internationalen Imagingbranche Vertreter von Industrie und Handel sowie Fotoenthusiasten und professionelle Fotografen aus der ganzen Welt. Je näher der Pflichttermin der Branche kommt, umso mehr steigt die Spannung in der Fotoszene angesichts der zu erwartenden Innovationen. Das gilt besonders für die diesjährige photokina 2016, die im Fokus bahnbrechender Veränderungen ihrer gesamten Industrie steht.

 

In rasantem Tempo haben moderne Imaging-Technologien als Folge der digitalen Revolution die Welt der Bilder und damit den Umgang der Gesellschaft mit den Bildern verändert. Kameras sind zu unverzichtbaren Kommunikationsmitteln geworden, die auf Knopfdruck nicht nur Fotografien und Filme automatisch in exzellenter Qualität liefern, sondern diese auch bearbeiten, verfremden und weltweit versenden können. Rund 74 Prozent der deutschen Bevölkerung nutzen ein Smartphone zum Bildermachen und haben damit ihre Kamera immer dabei. Mehr und mehr werden die Smartphones auch zu der wichtigsten Steuerzentrale für die visuelle Kommunikation und zum unverzichtbaren Zubehör von professionellen und privaten Film- und Fotoausrüstungen. Alle Kameras, die von den Imaging-Innovatoren auf der photokina präsentiert werden, nutzen die Schnittstellen zu diesen Alleskönnern, um ihre Funktionalitäten zu erweitern oder neue Anwendungen optimal nutzen zu können.

 

Vom autonomen Fotoapparat zur vollvernetzten ‚Camera of Things‘

Der Trend zur Vernetzung von Geräten und Maschinen, das Internet of Things (IoT), hat auch in der Kameraindustrie tiefgreifende Umwälzungen ausgelöst, die  herstellerübergreifend auf der photokina 2016 manifest werden. Auch wenn die Kameras immer intelligenter und ihre Kommunikationsmöglichkeiten immer umfangreicher werden, bleiben die Schnittstellen zum Smartphone entscheidend. Das gilt nicht nur für die Nutzung von Funktionserweiterungen, sondern auch für die Fernsteuerung der immer leistungsstärkeren Aufnahmesysteme. Sogar professionelles Zubehör, wie beispielsweise mobile Studioblitzgeräte, die im Profisektor der Messe ausgestellt werden, nutzen Smartphones und entsprechende Apps zur komfortablen Einstellung und synchronisieren die Auslösung der Geräte. Die größeren Displays der Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets erleichtern die Ausschnittwahl und damit auch die Fernsteuerung der Kamerasysteme und werden zu externen Zweitdisplays der Kameras. Die in den Smartphones verbauten Kameras waren die ersten, vollvernetzten Vertreter der ‚Cameras of things‘ und stärkster Impuls für das ‚Internet of Things‘, das ohne Kameras und Bildsensoren kaum denkbar gewesen wäre.

 

Wurden vor Jahren noch in den Marktanalysen die Kameras pro Haushalt erfasst, so besitzen heute bereits rund dreiviertel der Bevölkerung ein Smartphone mit integrierter, voll vernetzter Kamera. Zahlreiche Geräte des täglichen Lebens sind mit Kameras ausgestattet, die ihnen wesentliche Funktionserweiterungen ermöglichen. Die „Cameras of Things“ stecken in Waschmaschinen, professionellen Drucksystemen, Automobilen, Türöffnern, Kühlschränken, Waschmaschinen, medizinischen Diagnose- und Überwachungssystemen, Sicherheits- und Schließanlangen, oder in Sportgeräten. Sie erkennen und analysieren praktisch Alles, was in ihr Sichtfeld kommt. Sie identifizieren über Gesichts- oder Iriserkennung sowie durch Kombination mit anderen Sensoren und Technologien wie beispielsweise Orts-, Höhen- und Tiefenmessern nicht nur Personen, sondern durch die Vernetzung mit dem Internet und Ähnlichkeitssuchfunktionen auch Bauwerke, Touristenattraktionen und andere Objekte. Kameras halten längst nicht mehr nur fest, was wir sehen, sondern dienen dazu, das was wir nicht sehen, sichtbar zu machen. Mit welchem Ideenreichtum die Innovatoren der Branche mit bildgebenden und bildverarbeitenden Technologien die Branche in atemberaubendem Tempo weiter vorantreiben, dokumentiert die in diesem Jahr erstmals etablierte FUTUREZONE der photokina,  wo Start-ups zeigen, mit welchen Ideen sie die Bilderwelt erweitern wollen.

 

Die Aufnahmesysteme haben ein Niveau erreicht, das es Anwendern fast unmöglich macht, ein  technisch mangelhaftes Foto als Ergebnis zu erhalten. Das hat die Kamerahersteller dazu gebracht, den Fokus auf neue, bisher kaum für möglich gehaltene Erweiterungen der Fotografie zu legen.

 

Virtuelle Welten erweitern das Weltbild

Zwei der augenfälligsten Erweiterungen der Fotografie haben als „Virtual Reality“ (VR) bzw. „Augmented Reality“ (AR) neue Bilderlebnisse ermöglicht. Erstmals wird es möglich, in Aufnahmen interaktiv zu navigieren und ihnen im Falle der „Augmented Reality“ zusätzliche Inhalte hinzuzufügen. Spätestens seit dem fulminanten Hype um die Smartphone-App ‚Pokemon Go!‘ ahnt jeder, welche Attraktivität „Augmented Reality“  erreichen kann. Auf der photokina 2016 werden zahlreiche Hersteller Produkte und A’nwendungen für „Virtual Reality“ und „Augmented Reality“ zeigen. Diese reichen von Aufnahmesystemen zur Content-Erstellung über den Bearbeitungsworkflow bis hin zu Lösungen zum Präsentieren und Erleben das Weltbild erweiternder VR- und AR Inhalte.

 

Innovationen für das Fotografieren und Filmen zu Lande, im und unter Wasser und aus der Luft

Ging es bei der Weiterentwicklung der Fotografie bisher meist um die Perfektionierung der Bildergebnisse und der Vereinfachung des Aufnahmeprozesses, so geht es inzwischen darum, zu filmen und zu fotografieren, was bisher als unmöglich schien. Die hohe Kunst, den „Decisive Moment“  zu erhaschen, wie es noch der große Magier der Kamera Henri Cartier-Bresson propagierte, ist mit einer modernen Foto/Filmkamera für jedermann möglich. Mithilfe der Kombination von Film- und Fototechniken kann sogar ein in der Vergangenheit liegender Augenblick, im Foto erfasst werden. Fotofunktionen, bei denen ultrahochauflösende Videos auch das Geschehen vor und nach dem tatsächlichen Druck auf den Auslöser festhalten, sind ebenso selbstverständlich Stand der Technik wie das Scharfstellen danach. Profiqualität wird für Privatanwender zugänglich und erschwinglich. Fotografieren und Filmen ist nicht mehr allein Kameragetrieben, sondern vom Wunsch nach aufmerksamkeitsstarken, nie gesehenen Bildern. Die dazu erforderlichen Werkzeuge und Techniken sind keineswegs mehr primär die Kameras für das Festhalten, sondern es sind das durch die Aufgabe bedingte Zubehör zur Erfassung und Weiterverarbeitung der Bilder. Der Workflow der Imaging Chain wird wieder zum zentralen Thema: Der Weg der Bilder von der Aufnahme über die Bearbeitung bis hin zur Speicherung, Archivierung und Verbreitung.

 

Wie Fotografen abheben

Waren früher Kleinflugzeuge mit ausgehängten Türen, Heißluftballone oder Helikopter erforderlich, um eindrucksvolle Luftaufnahmen zu realisieren, geht das heute noch besser mit unbemannten, im Verhältnis sehr viel erschwinglicheren Fluggeräten. Eindrucksvoller deswegen, weil die kleinen Fotodrohnen ganz neue Perspektiven gestatten, da sie näher an die Steilwand, die Bergspitze oder den Kirchturm herannavigieren können als alle anderen, bemannten Alternativen. Sie sind inzwischen bestückt mit hochauflösenden Kameras, die professionelle Foto- und Filmqualität liefern. Innovativ sind aber vor allem auch die Steuersysteme, die eine sichere Navigation im Innen- und Außenbereich ermöglichen und sowohl einen automatischen Kollisionsschutz sowie Aufstiegssperren für Flugverbotszonen beinhalten.

 

Die unendlichen Möglichkeiten der Digitalisierung durch immer neue Softwareanwendungen, sei es zum Updaten älteren Produkte auf die Erweiterungen ihrer Nachfolger lassen die Hardware mehr und mehr in den Hintergrund treten. Ob es um Fehlerkorrekturen bei den Objektiven, um Effekte bei der Nachbearbeitung oder die Realisierung innovativer Aufnahmefunktionen geht, ohne leistungsstarke Programme geht in der Fototechnik gar nichts mehr. Sie sorgen für farbverbindliche Aufnahmen und Ausdrucke. Sie bestimmen nicht nur das endgültige Aussehen der Fotos sondern sie besorgen auch den Schnitt von Ton und Bildern bei Filmaufnahmen.

 

Digitalisierung sorgt für ein Revival analoger Produkte

Die unendliche Reproduzierbarkeit digitaler Bilder hat bei vielen Menschen die Sehnsucht nach Einzigartigkeit, nach Bildern jenseits jeder Virtualität geweckt. Ein neuer Trend zur analogen Fotografie, zum Sofortbild und zu Fotografien zum Anfassen wird auf der photokina bei vielen Ausstellern sichtbar werden. Sofortbild erlebt einen Boom, der bei den Herstellern sogar zu  Lieferengpässen geführt hat. Neue Kameras mit ungewöhnlichen, modischen Designs werden zur photokina diesen Trend weiter schüren. Das flüchtige digitale Bild wird nicht nur als besonderer Wandschmuck weiter nachgefragt, es lässt sich fast auf jedem Trägermaterial aufbringen und schmückt neuerdings nicht nur als Fototapete die Wohnung mit den Lieblingsbildern der Bewohner sondern u. a. sogar Smartphone-Hüllen, Biertische, Fliesen oder Garagentore. Dabei erfährt die Haptik der Materialien eine neue Vielfalt. Das ist alles andere als Nostalgie, sondern im Gegenteil eine Erweiterung der Wahlmöglichkeiten. Neue Oberflächen für Fotopapiere oder Acrylträgermaterialien mit Metallic-Anmutung sowie spezielle Trägerstrukturen bieten dem individuellen Bildgeschmack eine unendliche Vielfalt an Optionen.

 

Sogar Laborgeräte für die Film- und Papierentwicklung erleben ihre Wiedergeburt auf der photokina 2016. Das Interesse an analogen Fotomedien und individualisierten Fotoprodukten wie Fotobücher und Ähnlichem, findet seine Entsprechung bei den Kameras und Objektiven. Auf der Suche nach einer bestimmten, überraschenden Bildanmutung entwickeln Objektivhersteller immer häufiger moderne Nachbauten klassischer Objektivraritäten, um ihre Effekte auch in der digitalen  Fotografie nutzen zu können.

 

Das Pixelrennen der Kamerahersteller wird auch in diesem Jahr erneut aufflammen. Doch neue Trendthemen wie die Vernetzung, die Cameras of Things, VR und AR, das Zusammenwachsen von Foto und Video, Fotodrohnen sowie der Brückenschlag zwischen digitalen und analogen Fotoprodukten werden zusätzlich beherrschende Themen sein.


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