Die 10. Darmstädter Tage der Fotografie holten erneut für ein Wochenende internationale und nationale Fotografen, Künstler, Kuratoren und Experten der Fotografieszene in die Stadt Darmstadt. Von Freitag bis Sonntag zeigten renommierte Künstler und junge Fotografen ihre aktuellsten Werke und Serien – viele davon wurden zum ersten Mal öffentlich ausgestellt. An 12 verschiedenen Orten in Darmstadt wurde eine Bandbreite fotografischer Themen verhandelt – von Dokumentationen über Orte rechter Gewalt in Deutschland (Philipp Böll, Schauraum im Literaturhaus) oder Mädchen in einem Dorf in Indien (Karolin Klüppel, Kunst Archiv Darmstadt) bis hin zu surrealen Bildern aus Alltagsgegenständen (Jessica Backhaus, Kunsthalle Darmstadt) oder malerisch wirkenden Stillleben (Lia Darjes, Museum Künstlerkolonie). Dabei waren klassische Bild-Präsentationen als auch großformatige Wandbilder (Kehler Berge von Christiane Engelhardt, Kunstforum der TU Darmstadt) sowie mediale Projektionen (Migration als Avant-Garde von Michael Danner, Kunstforum der TU Darmstadt) und raumgreifende Installationen (Last Chance Junction von Holger Jenss, Kunsthalle Darmstadt) vertreten. Fast alle beteiligten Künstler waren persönlich anwesend und so wurde das Wochenende wieder als Zeit für Begegnung und regen Austausch unter den Künstler und anwesenden Experten genutzt. Bei öffentlichen Führungen und Gesprächen gab es für die Besucher die Möglichkeit, mehr über die Arbeiten zu erfahren und persönlich mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Bei sonnigem Frühlingswetter kamen rund 3.000 Besucher in die 12 Ausstellungen, die für alle kostenlos zugänglich waren. Der kostenlose Shuttle Service von Skoda Autos ermöglichte eine angenehme und komfortable Fahrt zu den Ausstellungsorten.

Hauptausstellung im Designhaus noch bis zum 6. Mai geöffnet

Zum Jubiläum ist die Hauptausstellung im Designhaus erstmals über das Festivalwochenende hinaus geöffnet. Noch bis zum 6. Mai kann die Schau mit Arbeiten von 16 internationalen Künstlern kostenfrei besichtigt werden.

Designhaus Hessen
Eugen-Bracht-Weg 6
64287 Darmstadt

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag (12 bis 18 Uhr)

Beteiligte Künstler: Mandy Barker, Norman Behrendt, Nancy Borowick, Daniel W. Coburn, Cortis & Sonderegger, Crey Crawford, Geert Goiris, Jiang Jian, Katrin Koenning,  Nico Krebs & Taiyo Onorato, Akihiko Miyoshi, Barbara Probst, Frank Schinski, Alp Sime

  1. Merck-Preis ging an Brigitte Lustenberger

Das Highlight des Eröffnungsabends war die Verleihung des 7. Merck-Preises. Die Jury hat sich nach Sichtung der Ausstellung im Museum Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe Darmstadt für die Arbeit „This Sense of Wonder“ von der Schweizer Künstlerin Brigitte Lustenberger entschieden. Die Preisträgerin wurde am Abend nach der feierlichen Eröffnung des Festivals bekannt gegeben und erhielt neben der Trophäe ein Preisgeld in Höhe von 7.000 Euro. Die beiden anderen Nominierten Hanna Becker und Michael Schmid wurden mit einem Preisgeld in Höhe von je 1.500 Euro für ihre Leistungen geehrt. Der Merck-Preis wird von dem Darmstädter Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck gestiftet und ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert.

Hoch karätig besetztes Symposium

Am Samstag war bereits am Morgen der Saal der Aula des Fachbereichs Gestaltung der h_da bis auf den letzten Platz gefüllt. Wir luden erneut zu einem Symposium ein, um Raum und Zeit für einen Diskurs über zeitgenössische Tendenzen in der Fotografie zu bieten. Das Podium wurde mit hochkarätigen internationalen Referenten besetzt: Den Auftakt machte die Kunstmarktexpertin Simone Klein mit einem Bericht über die Entwicklung der Fotografie auf internationalen Kunstmessen und Auktionen. Die Kuratorin Sena Cakirkaya (Istanbul) bot einen ausführlichen Blick auf aktuelle Produktionen türkischer Künstler und Fotografen unter den derzeitigen politischen Bedingungen. Katrin Koenning und Frank Schinski stellten ihr bisheriges fotografisches Schaffen vor und welche Strategien sie bei ihrer Arbeit anwenden. Dies bot nicht nur Inspiration, sondern auch seltene Einblicke hinter die Kulissen der im Designhaus ausgestellten Werke. Den Abschluss bildeten zwei wissenschaftliche Vorträge: Der Kurator Fabian Knierim (Wien) untersuchte, wie Künstler die Verwendung fotografischer Bilder im Web 2.0 als Grundlage neuer Werke nutzen. Der Kurator Urs Stahel (Zürich) wagte sich äußerst gelungen an einen Ritt durch das letzten Jahrhundert und betrachtete die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf die folgenden künstlerischen und fotografischen Bewegungen. Er beendete den Tag mit dem Status Quo: Statt erinnern, denken, wissen, reden, lieben, lesen, handeln … fotografieren wir.

Das Symposium fand mit freundlicher Unterstützung der Deutsche Börse Photography Foundation und h_da Hochschule Darmstadt statt.

 

©JohannesSchembs


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